Über 2.700 Auszubildende ins neue Ausbildungsjahr gestartet

04.10.2018

Nr. 14/2018

Über 2.700 Auszubildende ins neue Ausbildungsjahr gestartet

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist für Bewerberinnen und Bewerber hervorragend. 2.798 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse registriert die IHK Braunschweig zum 30. September. Das sind 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. „Angesichts der Demografie und des Trends zum Studium stimmt diese Zahl besonders zuversichtlich“, freute sich Jan Hauberg, Leiter der Abteilung für Berufsausbildung und Berufliche Weiterbildung in der IHK Braunschweig.

Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist ungebrochen hoch, auch wenn laut DIHK-Ausbildungsumfrage gut ein Drittel im vergangenen Jahr die freien Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten. Aber auch hier ist ein Wandel spürbar. Das Bewerbungsmarketing der Betriebe hat sich im Laufe der vergangenen fünf Jahre stark geändert. Die Betriebe setzen immer häufiger auf „Goodies“ für Azubis und zahlen zum Beispiel überdurchschnittliche Ausbildungsvergütungen, gewähren zusätzliche Urlaubstage, beteiligen sich an Kosten für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Mietzahlungen.

Neben den finanziellen und materiellen Anreizen haben die Unternehmen ihren Suchradius ausgeweitet. Studienabbrecher sind eine attraktive Zielgruppe für Unternehmen. Mit kombinierten Aus- und Weiterbildungen sowie dem Angebot von Zusatzqualifikationen oder Auslandsaufenthalten machen Betriebe auf ihre guten Perspektiven aufmerksam. Ebenso sind lernschwächere Jugendliche stärker in den Fokus gerückt und werden beispielsweise durch ausbildungsbegleitende Hilfen unterstützt, um schulische Defizite oder soziale Schwierigkeiten zu überwinden. Über diesen gezielten Stützunterricht soll der Ausbildungserfolg gesichert und Ausbildungsabbrüche verhindert werden. Ein weiteres Instrument zur Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt sind sogenannte Einstiegsqualifizierungsmaßnahmen (EQ). Bei EQ handelt es sich um ein sechs- bis zwölfmonatiges, bezahltes Praktikum, in dem Betriebe erste Ausbildungsinhalte vermitteln und die Voraussetzungen schaffen, um junge Menschen idealerweise auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten und damit der dualen Berufsausbildung zuzuführen.

Und obwohl das neue Ausbildungsjahr noch ganz frisch ist, starten viele Unternehmen schon die Vorbereitungen für das kommende. Der Hintergrund ist der fehlende Abiturjahrgang im Jahr 2020. Durch die Umstellung der Gymnasien von acht auf neun Schuljahre fehlen laut Kultusministerkonferenz etwa 22.000 Schülerinnen und Schüler mit Abitur. „Viele unserer Ausbildungsbetriebe haben signalisiert, dass sie ihre freien Plätze bereits im kommenden Jahr mitbesetzen werden, um im Folgejahr nicht leer auszugehen“, so Hauberg. Damit sind viele Betriebe auch gut beraten, denn die IHKN-Auszubildenden-Zufriedenheitsumfrage 2018 bestätigt, dass eine Berufsausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten zunehmend interessanter geworden ist. Seit 2015 ist der Anteil der Auszubildenden mit Abitur um 18,5 Prozent gestiegen.

Suchen mit Artikel-ID

Ansprechpartner


Sabrina Koltermann

Kontaktinformationen