2016

Fußball als Türöffner für soziale Kompetenz von Jugendlichen


Das Projekt »Lernort Stadion« von Eintracht Braunschweig wurde am 3. Juni mit dem Hauptpreis des Sozialtransferpreises der IHK ausgezeichnet. Seit 2012 haben sich knapp 1500 Jugendliche eine Trainingswoche lang nicht nur mit Fußball, sondern auch mit gesellschaftspolitischen Themen wie Diskriminierung und Rassismus befasst.

Verleihung des Sozialtransferpreises der IHK (vordere Reihe v. l.): Christian Striese (Goes Holzbau GmbH), Kurt Jürgen Jainz (Hansa GmbH & Co. Mietservice KG), Miriam Herzberg (Eintracht Braunschweig), Gabriela Schimmel-Radmacher (Öffentliche Versicherung), Helmut Streiff (IHK-Präsident); hintere Reihe (v. l.): Markus Meyer (Diakonie im Braunschweiger Land), Jörg Seidel (AWO Kreisverband Braunschweig), Professor Reza Asghari (Ostfalia Hochschule), Klaus-Peter Bachmann (Landtagsvizepräsident), Harald Tenzer (Juryvorsitzender) und Dr. Stefanie Bucher-Pekrun (Waldforum Riddagshausen). Foto: oh

Neben dem Hauptpreis (10 000 Euro) wurden zwei weitere mit jeweils 5000 Euro dotierte Preise verliehen. IHK-Präsident Helmut Streiff zollte den Preisträgern für ihr gesellschaftliches Engagement hohen Respekt und wies darauf hin, dass die Preisgelder ausschließlich den sozialen Organisationen zufließen. Die Unternehmen erhalten als Anerkennung eine Urkunde und einen gläsernen Award. Der Jury-Vorsitzende Harald Tenzer betonte, dass die IHK inzwischen zum siebten Mal vorbildliches Engagement von Unternehmen auszeichnet.

Eintracht Braunschweig hat das Programm »Lernort Stadion« Ende 2012 in Kooperation mit dem Fanprojekt im AWO Kreisverband Braunschweig gestartet. Dabei soll die Fußballbegeisterung die Möglichkeit bieten, dass junge Menschen der Schulklassen 7 bis 10 dazu angeregt werden, in einem fünftägigen Trainingslager im Eintracht-Stadion zum Beispiel über Themen der politischen Bildung zu sprechen. »Die Eintracht Braunschweig Stiftung, die im letzten Jahr gegründet wurde, habe sich dazu entschlossen, einen Teil der jährlich für das Projekt erforderlichen 55 000 Euro zu übernehmen«, sagte Miriam Herzberg, geschäftsführender Vorstand der Stiftung und Leiterin für Medien und Kommunikation von Eintracht Braunschweig. Das von Jörg Seidel geleitete Fanprojekt, mit dem jährlich 300 bis 400 Kinder aus Braunschweig, Gifhorn, Wolfenbüttel, Salzgitter und dem Vorharz angesprochen werden sollen, wird vom AWO Kreisverband Braunschweig durchgeführt.

Als weiteres vorbildliches Projekt wurde die Kooperation der Öffentlichen Versicherung Braunschweig mit dem Förderverein des Waldforums Riddagshausen e. V. ausgezeichnet. Das Waldpädagogik- und Walderlebniszentrum der niedersächsischen Landesforsten möchte mit seinen Veranstaltungs- und Bildungsangeboten zum Beispiel der Naturentfremdung von Kindern entgegenwirken. 2015 haben an 875 Veranstaltungen des Waldforums knapp 20 000 Besucher teilgenommen. Zum umfangreichen Veranstaltungsangebot gehören neben Führungen für jung und alt, Familiensonntage und Waldkindergeburtstage. Gabriela Schimmel-Radmacher, Bereichsleiterin für Unternehmenskommunikation der Öffentlichen, nahm den gläsernen Award für das fröhlich klingende Projekt »Von Glückspilzen, Holzköpfen und Waldwelten: Das Waldforum Riddagshausen« in Empfang. Den Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro überreichte IHK-Präsident Helmut Streiff an Dr. Stefanie Bucher-Pekrun, 1. Vorsitzende des Fördervereins Waldforum Riddagshausen e. V.

Ein weiterer Preis in Höhe von 5000 Euro geht nach Salzgitter für das Projekt »Wie-derbelebung des Stadtteils Steterburg – Steterburg wird attraktiv«. Die Entwicklung des Quartiers ist seit Jahrzehnten durch Wohnungsleerstände und einem hohen Anteil an Hartz-IV-Empfängern und Migranten geprägt: Zwei sozial handelnde Unternehmen aus Salzgitter, die Goes Holzbau GmbH und die Hansa GmbH, nahmen zusammen mit engagierten Bürgern und der Diakonie Braunschweiger Land das Heft in die Hand, um den Stadtteil attraktiver zu machen.

Mit einem Bürgercafé und einem Stadtteiltreff wurden Begegnungsorte für die im Quartier lebenden Menschen geschaffen. Regelmäßig stattfindende Stadtteilfeste und Seifenkistenrennen tragen ebenso zum Dialog der Menschen untereinander bei, wie auch die durch das Projekt initiierte Stadtteilzeitung. Aus dem »Nebeneinander« der Menschen im Quartier ist ein »Miteinander« entstanden, das enorm zur Aufwertung des Stadtteils beiträgt. »Wir wollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und für eine kulturelle Wiederbelebung des Quartiers sorgen«, sagen Christian Striese, Geschäftsführer der Goes Holzbau GmbH und Kurt Jürgen Jainz, Geschäftsführer der Hansa GmbH & Co. Mietservice KG, die sich über die Auszeichnung mit dem Sozialtransferpreis freuten. Für die Diakonie Braunschweiger Land nahm Markus Meyer den Spendenscheck in Empfang.

Seit der ersten Verleihung des Sozialtransferpreises im Jahr 2010 wurden bereits 23 Projekte mit einer Summe von insgesamt 136 000 Euro unterstützt, die von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden. IHK-Präsident Helmut Streiff bedankte sich bei der Festveranstaltung neben allen Projektbeteiligten auch bei der neunköpfigen Jury und den Unternehmen, die mit ihren großzügigen Spenden die Verleihung dieses Preises überhaupt erst ermöglichten. Die Festrede hielt Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Für die musikalische Untermalung sorgten Bernd Dallmann und sein Kollege mit Saxophon, Gitarre und Flöte.

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