Bevölkerungsprognosen

Weniger, Älter – Demografischer Wandel

Der Demografische Wandel wird in den kommenden Jahrzehnten verstärkt Herausforderungen an alle Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche stellen. Auch die Unternehmen der Region Braunschweig müssen sich mit der zukünftigen Fachkräftesicherung auseinandersetzen. Weniger junge, dafür aber mehr ältere Arbeitnehmer werden das Bild der Belegschaft in den Unternehmen prägen. Es muss gelingen, vorhandene Potentiale zu nutzen und an die Region zu binden. Zudem können qualifizierte ausländische Zuwanderer dazu beitragen den Fachkräftebedarf zu decken. Gemeinsame Lösungen können die starke Wirtschaftsstruktur und die hohe Lebensqualität des Standortes sichern.

Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und Niedersachsen

Laut einer derzeitigen Bevölkerungsprognose* des statistischen Bundesamtes soll sich die Bevölkerung in etwa bis 2030 auf dem aktuellen Niveau halten und anschließend bis 2060 auf 73,1 Millionen zurückgehen. Die Geburtenrate, die unterhalb des Ersatzniveaus liegt, wird zur langfristigen Abnahme der Bevölkerung und Überalterung führen. Fast jeder Dritte wird in 2030 mindestens 65 Jahre alt sein.

*Geburtenrate 1,4 Kinder je Frau, langfristiger Wanderungssaldo 200.000, Lebenserwartung Jungen 84,4/Mädchen 88,8 Jahre

Die Gruppe der Erwerbsfähigen wird sich verringern und zunehmend durch ältere Menschen geprägt. Bis zum Jahr 2030 wird die Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen um etwa 5 Millionen bis auf 44 Millionen und bis 2060 um weitere 6 Millionen zurückgehen. Es wird weniger Erwerbspersonen im Alter von 30 bis 50 Jahren geben, als in der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen. Der Altenquotient (Verhältnis zwischen Erwerbspersonen und potentiellen Rentnern) wird 2060 fast doppelt so hoch sein, als noch im Jahr 2008.

In Niedersachsen wird die Bevölkerung bis 2030 um 5 Prozent (Ausgangswert 2013) und bis 2060 um weitere 17 Prozent zurückgehen. Es besteht jedoch ein Ost-Westgefälle. Der Osten und der Süden sind auf Grund jahrelanger Abwanderung bereits überaltert. Besonders südostniedersächsische Kreise wie Osterode und Goslar werden von einer zunehmenden Alterung betroffen sein. 

(Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen)

Die Zahl der Erwerbstätigen in Niedersachsen-Bremen wird besonders ab 2020 abnehmen, eine Alterung findet jedoch schon derzeit statt. Bis 2030 wird sich die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20-64- Jährige), gemessen an der Gesamtbevölkerung, um 4,5 Prozent verringern (seit 2009). In südöstlichen Gebieten wird die Zahl der erwerbsfähigen Personen teilweise unter 50 Prozent liegen. Auch die Zahl der unter 20-Jährigen wird sich um fast 4 Prozent verringern. Nur der Anteil der 65- Jährigen und älter wird in Bezug auf die Gesamtbevölkerung um 8,4 Prozent zunehmen. Innerhalb der Altersgruppe kann sich der Wert um 32 Prozent erhöhen. Um 2030 wird fast jeder Dritte 65 Jahre und älter sein. Das derzeit schon vorhandene Ungleichgewicht zwischen den aus dem Arbeitsalltag scheidenden Personen und den Berufseinsteigern wird sich verschärfen und zwischen 2025 und 2029 den Höhepunkt erreichen. In 2027 werden 703.000 „Vor-Ruheständler“ auf 357.000 Berufsanfänger kommen.

Die demografische Entwicklung wird sich in den von den großen südlichen, östlichen und nördlichen Arbeitsmarktzentren weiter entfernten Landkreisen ungünstiger entwickeln, als im Westen des Landes und dem Hamburger Umland. Der ländliche Raum Südost-Niedersachsens wird auch in Zukunft von den größten demografisch bedingten Rückgängen bei den Erwerbspersonen betroffen sein. In Niedersachsen werden in naher Zukunft mehr Qualifizierte gesucht, als im weiteren westlichen Bundesgebiet, wodurch sich die generellen Beschäftigungsaussichten qualifizierter Menschen positiv entwickeln.

(Quellen: Statisitsches Bundesamt, Landesamt für Statistik Niedersachsen, Instiut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung)

(Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen)

Demografische Entwicklung im IHK-Bezirk Braunschweig

Im IHK-Bezirk Braunschweig leben derzeit 823.655 Menschen (31.01.2104). Ein Drittel (247.237 Einwohner) der Bevölkerung hat seinen Wohnsitz in Braunschweig. In den strukturschwachen Räumen Landkreis Helmstedt (90.473 Einwohner) und Stadt Salzgitter (98.108 Einwohner) leben innerhalb des Bezirks die wenigsten Menschen. Zwischen 2009 und 2014 nahm in fast allen Städten und Landkreisen die Einwohnerzahl bereits um 3 Prozent bis 6 Prozent ab (IHK-Bezirk -2,8 Prozent). Nur die Stadt Braunschweig konnte von einem geringen Bevölkerungswachstum von 0,5 Prozent profitieren.

Der Demografische Wandel wird sich in Zukunft unterschiedlich auf den städtischen Raum Braunschweigs und seinem Umland auswirken. Laut statistischer Daten des Landesamts für Statistik Niedersachsen mit Berechnungszeitraum von 2009 bis 2031, wird die Bevölkerung im IHK-Bezirk um 14 Prozent zurückgehen. Die Region Braunschweig, wie auch der Großteil des südostniedersächsischen Raumes, wird im landesweiten Vergleich besonders stark von einer Bevölkerungsabnahme betroffen sein.

Für die Stadt Braunschweig wird bis 2031 ein Bevölkerungswachstum von 5,3 Prozent prognostiziert, was einem Wanderungssaldo von etwas mehr als 24.000 Einwohnern entspricht. Den größten Bevölkerungsverlust muss die Stadt Salzgitter mit einer Bevölkerungsabnahme von fast 29 Prozent bewältigen. Aber auch die strukturschwachen Räume Landkreis Goslar und Landkreis Helmstedt werden ungefähr ein Viertel ihrer Bevölkerung verlieren. Im städtischen Umland Peine und Wolfenbüttel sind ebenfalls Bevölkerungsrückgänge (Peine -13,1 Prozent; Wolfenbüttel -18,2 Prozent) zu erwarten.

(Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen- eigene Darstellung)

Die Zahl der unter 65-Jährigen wird sich im Durchschnitt im IHK-Bezirk verringern und die der 65-Jährigen und älter vergrößern. Auch hier zeigt sich ein differenziertes Bild in der kleinräumigen Betrachtung. Für die Stadt Braunschweig wird in der Altersklasse der unter 20-Jährigen ein geringer Zuwachs von 0,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung vorausgesagt. In allen anderen Städten und Landkreisen wird sich der Anteil dieser Altersklasse, berechnet an der gesamten Bevölkerung, um 3-5 Prozent verringern. In Goslar könnte die Altersgruppe fast um die Hälfte schrumpfen (-46,3 %).

Für die Altersklasse der 20- bis 65-Jährigen wird für den gesamten Bezirk ein Rückgang von 5,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung prognostiziert. Weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter werden dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen. In Braunschweig wird der Anteil von Personen im erwerbsfähigen Alter mit 59,4 Prozent noch relativ hoch sein (Durschnitt IHK-Bezirk: 53,5 Prozent), da in Bezug auf die Gesamtbevölkerung der Stadt sich diese Altersgruppe nur um 2-3 Prozent verringern wird. Die Stadt Salzgitter und der Landkreis Helmstedt werden bis 2031, gemessen an der Gesamtbevölkerung, am stärksten vom Bevölkerungsrückgang in dieser Altersklasse betroffen sein (rund -9 Prozent). Innerhalb der Altersgruppe wird beispielsweise Goslar mehr als ein Drittel seiner Bewohner und Salzgitter sogar 40 Prozent verlieren. Der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung wird knapp unter 50 Prozent liegen.

Die Gruppe der 65-Jährigen und älter wird sich im IHK-Bezirk um 8,2 Prozent vergrößern und liegt hiermit im landesweiten Durchschnitt (Niedersachsen: 8,4 Prozent). Für die Stadt Salzgitter, den Landkreis Helmstedt und den Landkreis Goslar wird mit ungefähr 12 Prozent eine überdurchschnittliche Bevölkerungszunahme innerhalb dieser Altersklasse an der Gesamtbevölkerung vorhergesagt. In Braunschweig wird für diese Bevölkerungsgruppe nur ein Zuwachs von 1,9 Prozent prognostiziert. In Peine wird die Einwohnerzahl, in Bezug auf die Gesamteinwohnerzahl, in der Altersklasse 65 Jahre und älter zwar „nur“ um 10 steigen, schaut man sich die Zahl jedoch innerhalb der Gruppe an, steigt diese um 30 Prozent. Die strukturschwachen Räume Salzgitter, Helmstedt und Goslar werden besonders vom Bevölkerungsrückgang und einer Alterung ihrer Einwohner betroffen sein. So wird in diesen Gebieten mehr als jeder Dritte im Jahr 2031 zu den Senioren (65 Jahre und älter) gehören. Nur für Braunschweig wird eine Zunahme der Bewohnerzahl prognostiziert. Auch in Bezug auf die Altersstruktur findet hier eine günstigere Entwicklung, im Gegensatz zu dem anderen IHK-Gebiet, statt.

(Quellen: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen - Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.)

(Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen- eigene Darstellung)

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