Warnung vor dem „Chefbetrug“

International vernetzte Banden versuchen momentan auch in Niedersachsen Unternehmen mit dem so genannten Chefbetrug, oder auch CEO-Fraud genannt, um große Geldsummen zu betrügen. Im Fokus der Täter stehen dabei nicht nur große Konzerne, sondern gerade auch mittelständische Unternehmen, da dort das Risikobewusstsein teilweise niedriger ist.

Die Täter geben sich als Chefs oder Führungskräfte des Unternehmens aus und bitten per E-Mail oder Telefon einen Mitarbeiter, der im Unternehmen für die Bankgeschäfte verantwortlich ist, die dringende Überweisung eines höheren Geldbetrages auszuführen. Dem Mitarbeiter wird dabei beispielsweise vorgespiegelt, dass es sich um eine höchst geheime und vertrauliche Angelegenheit handele, von der strategische Weichenstellungen im Unternehmen abhängen. Die betroffenen Mitarbeiter, die sich einerseits aufgrund des besonderen Vertrauens durch den Geschäftsführer geschmeichelt fühlen, anderseits aufgrund der angeblichen Wichtigkeit der Transaktion erheblich unter Druck stehen, führen diese Überweisungen meist zügig aus.

Die Vorgehensweise der Täter bei dieser Betrugsmasche ist häufig hoch professionell. So verschaffen sie sich vorab Informationen über die Struktur des Unternehmens und die An- bzw. Abwesenheit von Führungskräften. Dies erfolgt einerseits durch die Homepage der Unternehmen, getarnte Anrufe und soziale Netzwerke. Andererseits können solche Informationen mittlerweile von Dienstleistern zusammen mit der Unterstützung bei der Verfälschung von E-Mail-Adressen und Telefonnummern erworben werden.

Zum Schutz vor der Betrugsmasche rät die Polizei:

  • Achten Sie darauf, welche Informationen über Ihr Unternehmen öffentlich sind bzw. wo und was Sie und Ihre Mitarbeiter im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen publizieren!
  • Führen Sie klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen ein!
  • Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter hinsichtlich des beschriebenen Betrugsphänomens!
  • Bei ungewöhnlichen Zahlungsanweisungen sollten - vor Veranlassung der Zahlung -folgende Schritte durchgeführt werden:

    1. Überprüfen der E-Mails auf Absenderadresse und korrekte Schreibweise.
    2. Verifizieren der Zahlungsaufforderung über Rückruf bzw. schriftliche Rückfrage beim Auftraggeber.
    3. Kontaktaufnahme mit der Geschäftsleitung bzw. dem Vorgesetzten.

Sollten Sie Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden sein, wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank, da gezahlte Gelder teilweise wieder zurückgeholt werden können. Wenden Sie sich bitte bei Auffälligkeiten, vereitelten oder erfolgreichen Versuchen außerdem an die örtliche Polizeidienststelle oder das Landeskriminalamt Niedersachsen – Dezernat Wirtschaftskriminalität.

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