Vorsicht Formularfallen!

Im Kammerbezirk werden aktuell wieder vermehrt sogenannte Formularfallen versandt. Die verwendeten Formulare fordern zur Bestätigung der Unternehmensdaten für den Eintrag in ein Firmenverzeichnis, ein Register oder eine Datenbank auf. In der Gestaltung wird häufig versucht, den Eindruck eines amtlichen Schreibens zu erwecken. Erst aus dem Kleingedruckten ergibt sich dann, dass es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt. Prüfen Sie Formulare daher genau!

Der Gesamteindruck des Formulars suggeriert entweder, dass es sich um ein offizielles Schreiben einer Behörde oder um ein kostenloses Register handele. Im „Kleingedruckten“ tauchen jedoch jährliche Kosten von oft mehreren hundert Euro auf, die bei Vertragsschluss anfallen. Die aufgeführten Register existieren dabei regelmäßig nicht oder die Eintragungen sind für Unternehmen wertlos.

Ist das Formular unterschrieben zurückgeschickt worden, gehen den Betroffenen in der Folgezeit Rechnungen und Mahnungen zu. Hier werden Drohungen ausgesprochen, die eingetragenen Daten bei Nichtzahlung zu löschen, was die Betroffenen zusätzlich unter Druck setzen soll.

Um solch einen Schwindel zu erkennen, ist es wichtig, unaufgefordert zugesandte Formulare oder Zahlungsaufforderung samt „Kleingedrucktem“ gründlich zu prüfen. Häufig handelt es sich bei solchen Formularen lediglich um ein Angebot.

Wenn man bereits ein Formular unterschrieben oder sogar Geld gezahlt hat, kann man sich an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V. (DSW) oder als Mitglied der IHK Braunschweig an die Rechtsabteilung wenden. Diese können Auskunft darüber erteilen, ob der Anbieter bereits im Zusammenhang mit Formularfallen bekannt ist und wie weiter vorgegangen werden kann.

Sollte eine Unterschrift geleistet worden sein, kann es gefährlich sein, untätig zu bleiben. Möglicherweise geschlossene Verträge sind nicht zwingend von vornherein unwirksam. Um kein Risiko einzugehen, sollte man den Vertrag daher umgehend anfechten. Spätestens gegen eine - echte - gerichtliche Mahnung muss vorgegangen werden, indem ein Widerspruch eingelegt wird. Andernfalls entsteht ein Rechtsanspruch auf Zahlung, unabhängig von der Wirksamkeit des Vertrages. Hier empfiehlt es sich einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Insbesondere in der Urlaubszeit werden solche Schreiben vermehrt verschickt, um die Unerfahrenheit von Urlaubsvertretungen auszunutzen. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter über das Risiko von Formularfallen aufklären, damit diese frühzeitig erkannt werden.

Weitere Informationen zu Formularfallen finden Sie auf der Internetseite des DSW:

Deutscher Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V.

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Olga Grasmik

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