Das Stahlbauunternehmen Wentz

Felix Wentz rechnet mittelfristig mit einem Umsatzvolumen von vier bis fünf Millionen Euro bei einer Mitarbeiterzahl zwischen 45 und 50.<br />Fotos: Hansjörg Hörseljau

Das Stahlbauunternehmen Wentz in Langelsheim - "Die Zahl unserer Facharbeiter wird deutlich steigen"

"Es war ein hartes Stück Arbeit, den Betrieb wieder aufzubauen und in Schwung zu bringen" sagt Felix Wentz. Drei Jahre hatte er nach seinem Bauingenieur-Studium im Familienbetrieb in Langelsheim gearbeitet, als dieser Insolvenz anmelden musste. Nach reiflicher Überlegung und mit viel Unterstützung des Insolvenzverwalters, etwa bei der Erstellung eines Businessplans, startete der damals 27-Jährige im Herbst 2006 ein neues Stahlbau-Unternehmen.

Er übernahm 25 Mitarbeiter, etwa die Hälfte der früheren Belegschaft. Die anderen mussten gehen: "Das war schon schwer, diese Leute in persönlichen Gesprächen zu verabschieden", erinnert sich Wentz.

Heute steht die Stahl-Projektbau Wentz GmbH auf stabilem Fundament, der Schritt in die Selbstständigkeit scheint gelungen. Der Start wurde dem Jungunternehmer erleichtert, weil frühere Stammkunden gleich neue Aufträge erteilten, auch ehemalige Stahl-Lieferanten mitmachten und zugleich die Baukonjunktur anzog.

Schwierig sei es dagegen gewesen, bei der Vorgeschichte des Betriebes eine Bank zu finden, schildert Wentz seine Erfahrungen. Doch gelang es ihm schließlich, einen Banker zu überzeugen. Ein anderes Problem: "Als studierter Bau-Ingenieur fehlte mir anfangs das kaufmännische Wissen." Wentz suchte deshalb die Unterstützung eines Unternehmensberaters.

Zugleich strukturierte er das Unternehmen um und stellte sich so neuen Herausforderungen. Er erhielt mit Hilfe der TU-Clausthal und einer studentischen Unternehmensberatung in Göttingen die Zertifizierung für das Qualitätsmanagement ISO 9001. Zugleich erreichte der Betrieb den Eignungsnachweis für Schweißarbeiten der Klasse D und qualifizierte sich als Fachbetrieb nach dem Wasserhaushaltsgesetz.

Nach anderthalb Jahren hat sich das junge Unternehmen als konstruktiver Stahlbauer in der Goslarer Region etabliert. Wentz baut Hallen und Arbeitsbühnen, Rohrleitungen und Treppen, Behälter und Unterkonstruktionen.

Die Stärke des Betriebes: Die Produkte können hier auch konstruiert, etwa die komplette Statik erstellt werden. Es werden jeweils Einzelstücke gebaut, ganz auf die Anforderungen des Kunden zugeschnitten. So wurde für die JL Goslar (ehemals Bleiwerke Goslar) eine große Strahlkabine gebaut und dabei 40 Tonnen Stahl und 60 Tonnen Blei verarbeitet. Mit dem Clausthaler Umwelttechnik-Institut (Cutec) wurde eine korrosionsbeständige Anlage für den Abwasserbereich aus Edelstahl entwickelt und hergestellt. Von der erhofft sich Wentz künftig neue Aufträge. "Ich will den Bereich Edelstahl ausbauen", kündigt er an. Das sei zumindest in der Harzer Region eine interessante Marktnische. Zugleich will er das Unternehmen künftig stärker in Richtung Maschinenbau ausrichten und als Systemtechniker komplette Anlagen "aus einer Hand", etwa einschließlich der Elektrik, bauen.

Im ersten vollen Geschäftsjahr erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 2,1 Millionen Euro - mehr als geplant. Inzwischen werden 34 Mitarbeiter beschäftigt, in diesem Jahr sollen weitere Facharbeiter eingestellt werden. Mittelfristig richtet sich Wentz auf ein Umsatzvolumen von jährlich vier bis fünf Millionen Euro ein und will zwischen 45 und 50 Mitarbeiter beschäftigen. Wentz: "Ich bin ein eher vorsichtiger Mensch und will das Wachstum absichern."

Weil der Betrieb wächst und damit auch seine Arbeit und seine Verantwortung, deshalb ist Wentz auf der Suche nach einem Partner, der in die Geschäftsführung einsteigen und sich auch am Unternehmen beteiligen soll. Das soll noch in diesem Jahr geschehen.

Zum Produktionsprogramm gehören Hallen und Arbeitsbühnen, Rohrleitungen und Treppen, Behälter und Unterkonstruktionen.

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