ckc

Christian Krentel, Vorstandsvorsitzender der ckc ag<br /><br />Foto: Heinz Gramann
Karsten Kisser, Vorstandsmitglied der ckc ag<br /><br />Foto: Heinz Gramann

ckc: Vom Ein-Mann-Betrieb zum größten Softwarehaus der Region

"Wir wollen in den nächsten fünf Jahren unter die Top 25 der deutschen IT-Dienstleister." Dieses ehrgeizige Ziel nennen die beiden Vorstandsmitglieder des Braunschweiger Software-Unternehmens ckc AG, Christian Krentel und Karsten Kisser, im Gespräch. Was heißt: Der Umsatz, der 2007 rund 30 Millionen Euro betrug, müsste sich bis dahin verdoppeln. ckc hat bisher schon eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Es wurde 1989 von Krentel als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Heute beschäftigt das Familienunternehmen an acht Standorten in Deutschland 350 Mitarbeiter. Es ist inzwischen das größte Softwarehaus in der Region. Krentels Erfolgsrezept:

"Wir sind Dienstleister und verstehen uns als Problemlöser für unsere Kunden. Die wissen, dass wir mit Leidenschaft für ihren Erfolg arbeiten".

wirtschaft   Ihr Unternehmen ist sehr erfolgreich, zuletzt stark gewachsen und inzwischen mit 350 Mitarbeitern das größte Softwarehaus in der Region.

Christian Krentel   Wir sind vor allem organisch gewachsen und haben in den vergangenen drei Jahren jeweils kräftig um 20 Prozent zugelegt. Zusätzlich haben wir vier Firmen übernommen, darunter ein Softwarehaus in Dortmund.

wirtschaft Was sind die Gründe für diesen Erfolg?

Christian Krentel   Wir haben immer zu unserer Belegschaft gestanden. In schlechten Zeiten haben wir alle den Gürtel enger geschnallt und niemand wurde entlassen. In guten Zeiten hatten wir dann alle Mann an Deck und konnten schnell durchstarten. So sind wir aus jeder Krise, die es durchaus gab, gestärkt hervorgegangen.

Karsten Kisser   Außerdem kommunizieren wir unsere Unternehmensstrategie, die einmal im Jahr auf einem dreitägigen Treffen der Führungskräfte definiert wird, konsequent in die Belegschaft.

wirtschaft   Was sind die Schwerpunkte in Ihrem Softwaregeschäft?

Christian Krentel   Wir sind IT-Dienstleister und verstehen uns als Problemlöser für unsere Kunden. Wir entwickeln deshalb für sie komplette IT-Systeme. Jedes Unternehmen der Gruppe konzentriert sich auf bestimmte Branchen. Die Zentrale in Braunschweig arbeitet für die Branchen Autoindustrie, Telekommunikation, Banken und Versicherungen. Dabei setzen wir auf nur vier Technologien: SAP, IBM, Oracle und Microsoft. Und wir arbeiten nur für Großkunden.

wirtschaft   Auf ihrer Kundenliste stehen große Namen der deutschen Wirtschaft. Wer ist wichtigster Kunde?

Karsten Kisser   Mit Abstand der VW-Konzern. Das war vor 19 Jahren übrigens auch der erste Kunde. Wir machen vor allem sehr viel für die VW-Financial Services AG in Braunschweig. Unsere Strategie lautet heute: Der größte Kunde sollte nicht mehr als 30 Prozent des Umsatzes ausmachen, die drei größten nicht mehr als 60 Prozent.

wirtschaft   Herr Krentel, Sie haben fürs Lehramt in Mathematik und Sozialwissenschaft studiert. Hat Ihnen das später in der IT-Branche geholfen?

Christian Krentel   Durchaus. Ein erfolgreicher Lehrer muss beispielsweise ein guter Kommunikator sein. Und er muss immer wieder seine Schüler motivieren, trotz oft unterschiedlicher Ansichten gemeinsam etwas voranzubringen.

wirtschaft   Gibt es deshalb bei ckc eine besondere Unternehmenskultur?

Christian Krentel   So weit will ich nicht gehen. Unsere Mitarbeiter haben aber ein großes Maß an Eigenverantwortung. Das Management muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Auch bei uns werden Fehler gemacht. Wir suchen dann aber nicht die Schuldigen, sondern die Ursachen für die Fehler, um sie künftig zu vermeiden.

Karsten Kisser   Wir haben ein relativ junges Team, für die IT-Branche einen vergleichsweise hohen Frauen-Anteil und nur eine geringe Fluktuation.

wirtschaft   Sie bezahlen nach dem Cafeteria-Prinzip?

Karsten Kisser   Bei uns gibt es keine normierten Arbeitverträge und Gehaltsregelungen. Die Bezahlung erfolgt individuell nach der jeweiligen Lebenssituation. In jungen Jahren wollen die Leute meist mehr cash haben, später dann mehr für die Altersvorsorge tun. Die vermitteln wir dann. Es können auch z. B. Kindergartenbeiträge ins Gehalt einfließen.

Christian Krentel   Wir planen die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten. Aktuelle Mehrarbeit würde dann beispielsweise nicht ausgezahlt, sondern verzinslich angelegt. Der Mitarbeiter könnte dann später weniger arbeiten.

wirtschaft   Sie haben kürzlich einen repräsentativen Neubau am Rande der Braunschweiger Innenstadt bezogen.

Christian Krentel   Wir sind so stark gewachsen, dass wir mehr Platz brauchen. Hinzu kommt, dass unsere Kunden zunehmend auch bei Dienstleistungen die Fertigungstiefe verringern. Es werden, weil wir komplette Systeme liefern, mehr Arbeiten zu uns verlagert.

wirtschaft   Eine Erweiterung des Neubaus ist räumlich bereits eingeplant worden?

Karsten Kisser   Wir wollen weiter wachsen. Wenn wir unsere Wachstumsziele erreichen, wird damit auch eine deutliche Aufstockung an Arbeitsplätzen verbunden sein. Wir haben daher die Option, unseren Neubau in den nächsten fünf Jahren um einen weiteren Bauabschnitt zu ergänzen. 

wirtschaft   ckc ist sehr aktiv als Sponsor in vielen Bereichen. Wird das so bleiben?

Christian Krentel   Mir liegt das Engagement für diese Region sehr am Herzen. Allerdings sind unsere Aktivitäten inzwischen zu breit gestreut. Wir entwickeln derzeit ein Konzept, um das Sponsoring zu straffen und stärker auf die Ziele des Unternehmens auszurichten. Der Sport wird aber ein Schwerpunkt beiben.

Persönliche Fragen an Christian Krentel

1. In ihrem Büro gibt es einen Wandschrank mit Erinnerungsstücken an die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Sie sind ein großer Fußball-Fan.

Christian Krentel   Ich bin Eintracht-Fan seit meiner Jugend, also seit rund 40 Jahren. Seit 2002 ist die ckc ag auch Sponsor des Vereins und seit Anfang dieses Jahres bin ich Mitglied im Aufsichtsrat der neuen GmbH. Außerdem habe ich selbst 35 Jahre in verschiedenen Vereinen Fußball gespielt, bin aber nie über die Kreisliga hinausgekommen.

2. Wie halten Sie sich heute fit?

Christian Krentel   Ich spiele Tennis und fahre gern Rad. Einmal im Jahr mache ich mit vier Freunden eine einwöchige Radtour durch eine schöne Landschaft Deutschlands.

3. Bleibt da neben Familie und Beruf noch Zeit für andere Aktivitäten?

Christian Krentel   Nicht viel. Ich bin leidenschaftlicher Doppelkopfspieler.

ckc hat kürzlich einen repräsentativen Neubau am Rande der Braunschweiger Innenstadt bezogen.<br /><br /><b>Produkte:</b> Entwicklung von kompletten Software-Systemen vor allem für Großkunden. Schwerpunkte sind die Branchen Autoindustrie, Telekommunikation, Banken und Versicherungen.<br /><b>Gruppe:</b> Sieben Unternehmen an acht Standorten: Neben der Zentrale in Braunschweig noch Berlin, Darmstadt, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg und München.<br /><b>Mitarbeiter:</b> 350, davon 205 in Braunschweig.<br /><b>Vorstand:</b> Christian Krentel (Vorsitzender) und Karsten Kisser.<br /><b>Gründungsjahr:</b> 1989

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