Beratung: Technologietransfer mit Erfolg

Technologietransfer: Professor Dr. Meinhart Schilling (links) von der TU Braunschweig, löste den Beratungsscheck der IHK Braunschweig ein, der vom Unternehmer Jörg Böger (rechts), Geschäftsführer der Reiher GmbH gezogen wurde. Mitte: Innovationsberater Peter Peckedrath, IHK Ansprechpartner für den Beratungsscheck.

Clever: Beratungsscheck führte Technologietransfer zum Erfolg

Der Beratungsscheck für Mitgliedsunternehmen der IHK Braunschweig ist vorwiegend an kleine und mittlere Betriebe adressiert. Er berechtigt zur kostenfreien Erstberatung durch einen Professor einer wissenschaftlichen Institution des IHK-Bezirkes zu den Möglichkeiten des Technologietransfers sowie zu speziellen technischen Problemstellungen. Manchmal führt er auch zu neuen Produkten, wie diese kleine Erfolgsstory zeigt ...

Die Reiher GmbH, Braunschweig hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Anbieter von Fototherapiegeräten entwickelt. Verschiedene Fototherapien bilden günstige Alternativen zu den konventionellen pharmazeutischen Behandlungen hinsichtlich Kosten und insbesondere der wesentlich geringeren Nebenwirkungen bei gleichem Behandlungserfolg für den Patienten. "Mit unseren unterschiedlichen Therapiegeräten kann man psychische Erkrankungen, Depressionen, Schlafstörungen, Hauterkrankungen, Mangel an Vitamin D3 und auch muskuläre Verletzungen behandeln." sagt Jörg Böger, Geschäftsführer der Reiher GmbH. Die Fototherapie bedient sich dabei immer verschiedener Strahlungsanteile aus dem optischen Spektrum. Dieses Spektrum umfasst die UV-, sichtbare und IR-Strahlung. Die angebotenen Therapien sind heute jedoch sehr statisch in der Anwendung, was die Eigenschaften der abgegebenen Strahlung betrifft.

TU sehr unkonventionell - sofort zum Gespräch bereit

Am Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik der Technischen Universität fand sich Professor Dr. Schilling sofort bereit, den Beratungsscheck der IHK einzulösen. In der Arbeitsgruppe von Prof. Schilling werden Sensoren mit Hilfe der Nanotechnologie hergestellt und mit analoger und digitaler Elektronik sowie Software versehen. So entstehen Systeme für neue Messaufgaben, deren Anwendungen im Bereich der Magnetfeldsensorik, der biomedizinischen Messtechnik und der Höchstfrequenz-Messtechnik bis in den Bereich über 1000 GHz liegen.

Ziel des vorliegenden Projektes war es, eine Möglichkeit zu schaffen, die es erlaubt, über den zeitlichen Verlauf der Behandlung die spektralen Anteile und deren Intensität zu verändern. Dieser Aufgabenstellung hat sich das Institut für Messtechnik an der TU Braunschweig angenommen und eine konfigurierbare Steuereinheit geschaffen, die den genannten Anforderungen entspricht. Die verschiedenen Therapieprogramme können am PC mit einer grafischen Benutzeroberfläche erstellt werden und dann über eine USB-Schnittstelle auf einer Mikrocontrollerkarte im EEPROM gespeichert werden. Diese eigens für dieses Projekt entwickelte Karte erlaubt die Programmierung und Speicherung der Lichtsteuerdaten. Die Leuchtensteuerung setzt auf dem DALI-Protokoll auf, einem Standard für professionelle Lichtsteuerungen.

Studenten interessiert an Arbeiten für die industrielle Praxis

Das Projekt wurde mit großem Engagement von zwei Studenten des Instituts für Elektrische Messtechnik geplant und durchgeführt. Die Studenten A. Hefzyk und K. Melhorn konnten dabei auf umfangreiche Vorarbeiten für Mikrocontroller-Steuerungen aus den Arbeiten an verschiedenen mess- und automatisierungstechnischen Systemanwendungen zurückgreifen, in denen im Institut verschiedene Mikrocontrollerplattformen im Einsatz sind.

So konnte im Rahmen eines Beratungsscheck der IHK ein für alle Beteiligten sehr erfolgreiches Projekt abgeschlossen werden, in dessen Verlauf die Studenten Erfahrungen aus erster Hand im Projektmanagement und der Projektplanung sammeln konnte. Gleichzeitig konnte für die Firma Reiher eine wesentliche Weiterentwicklung der Lichttherapiegeräte mit einer PC-programmierbaren Mikrocontrollersteuerung in kurzer Entwicklungszeit bereitgestellt werden. Das Angebot für die Einlösung von kostenlosen Beratungschecks der IHK durch klein- und mittelständische Unternehmen durch das Institut für Elektrische Messtechnik besteht auch weiterhin und ganz sicher nicht nur durch dieses Institut.

Sie wollen das neue Therapiegerät anschauen und sich über den Beratungsscheck informieren?

Sehr gerne - Sie haben am 24.11.2005 Gelegenheit, das Gerät kennen zu lernen und mit den Beteiligten zu sprechen. An diesem Tage wird der Technologietransferpreis der IHK Braunschweig vergeben. Wer ihn bekommt? Das Geheimnis wird erst am 24.11. gelüftet.

Um 11:00 Uhr beginnt die Festveranstaltung, die im Rahmen des Projektes neugierig.05 öffentlich stattfinden wird.  Unternehmer Jörg Böger und Professor Dr. Schilling werden das Ergebnis ihres durch den Beratungsscheck initiierten Technologietransfers als Co-Exponat zur Verfügung stellen.

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Ansprechpartner


Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtschaftsing. Peter Peckedrath

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