Herausforderungen bei der Forschungsförderung mittelgroßer Unternehmen

In einer neuen Studie hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) den Zugang von mittelgroßen Unternehmen zu Fördertöpfen des Bundes und der Europäischen Union untersucht. In beiden Fällen, so das Ergebnis, werden die sogenannten "Midrange Companies" signifikant benachteiligt. Innovationsmöglichkeiten würden so versäumt, Chancen im internationalen Wettbewerb blieben ungenutzt.

Zwei Hauptgründe werden dafür ausgemacht: Einerseits fehle schlichtweg der Zugang zu entsprechender Forschungsförderung.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit 50 bis 249 Beschäftigten sowie mittelgroße Unternehmen mit bis zu 3.000 Beschäftigten haben laut Studie eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit, Forschungsförderung durch Bund oder EU zu erhalten, als große Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern. Andererseits kann die stattdessen notwendige Finanzierung weder intern noch extern über den Kapitalmarkt aufgebracht werden.

Die Autoren schlagen daher vor, stärker auf eine steuerliche Forschungsförderung zu setzen, die speziell auch mittelgroße Unternehmen einbezieht. Am besten geeignet sei das Modell einer nichtselektiven, für alle Unternehmen offenen Förderung mit Deckelung, wie sie bereits in anderen OECD-Ländern existiert.

Der Appell erfolgt insbesondere vor dem Hintergrund, dass bei Unternehmen mittlerer Größe die Innovationsbeteiligung in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen ist. Bei Unternehmen bis 1.000 Beschäftigte etwa wurde ein Rückgang von zehn bis 14 Prozent verzeichnet.

Quelle: ZEW

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