Chile bekommt Forschungsministerium

Senat und Abgeordnetenhaus des südamerikanischen Staates haben nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf den Weg für die Schaffung eines Forschungsministeriums freigemacht. Einige entscheidende Fragen sind aber noch unbeantwortet.

So ist beispielsweise noch unklar, wann das neue Ministerium seine Arbeit aufnehmen wird, wer ihm vorsteht und mit welchem Budget es ausgestattet wird. Geprägt waren die sich über Jahre hinziehenden Debatten um die Einrichtung des Ministeriums jedoch von zwei anderen Kontroversen.

Einerseits drängte die Wissenschaftsgemeinschaft darauf, den Anteil an Forschungsausgaben am BIP deutlich zu erhöhen. Chile verzeichnet bislang eine Quote von 0,38 Prozent - der OECD-Durchschnitt liegt bei 2,4 Prozent. Nun ist geplant, eine kurzfristige Erhöhung auf zumindest ein Prozent des BIP anzustreben. 

Andererseits regelt das verabschiedete Gesetz, dass Einrichtungen oder Forschende, die Ergebnisse ihrer Forschung patentieren und verwerten, alle zugeteilten öffentlichen Mittel zuzüglich fünf Prozent der erzielten Verwertungserlöse zurückerstatten sowie Lizenzrechte an den Staat abtreten müssen. Die Wissenschaftsgemeinschaft kritisiert diese Regulierung als forschungs- und innovationshemmend. Ein neues Gesetz über geistiges Eigentum und Technologietransfer wird jedoch aktuell bereits im Abgeordnetenhaus verhandelt. 

Quelle: Kooperation International

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