2.5 Gb/s Millimeterwellenfunk für 5G über Ethernet-basiertes Fronthaul demonstriert

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Mit einer Abschlusspräsentation bei Telekom Slovenije in Ljubljana wurde das EU-geförderte Projekt iCIRRUS erfolgreich abgeschlossen. Ziel des dreijährigen Projekts war die Entwicklung verschiedener Lösungen für das intelligente Cloud-RAN im neuen Mobilfunkstandard 5G. Durch diesen neuen Ansatz werden Handover schneller realisiert, das System wird robuster gegenüber Interferenz und die Kommunikation wird sicherer gegen Abhören und Angriffe von außen. Das Fraunhofer HHI war mit der Abteilung Photonische Netze und Systeme an dem Projekt beteiligt.

Mittels Cloud-RANs werden Funknetzfunktionen zunehmend virtualisiert und können je nach Anwendung flexibel im Netzwerk platziert werden. iCIRRUS hat innovative Fronthaul-Lösungen mit Datenraten bis zu 100 Gb/s und eine zugehörige Cloudlösung entwickelt, um die Ziele einer 1000-fachen Flächenkapazität bei einer 10-100-fach höheren Nutzerdatenrate (verglichen mit 4G LTE) mit dem im Transportnetz üblichen Ethernet realisieren zu können.

„Wir konnten im Projekt iCIRRUS erstmals eine Ethernet-basierte Fronthaul-Lösung für mm-Wellensignale demonstrieren, die die für 5G erwarteten hohen Datenraten erreicht“, kommentiert Kai Habel, Projektleiter am Fraunhofer HHI, den erfolgreichen Projektabschluss.

Der Beitrag des Fraunhofer HHI bestand in der Entwicklung einer synchronen Fronthaul-Lösung für 5G. Sie stellt mm-Wellen Funksignale bei 60 GHz an der nächstliegenden Basisstation bereit, von der aus das mobile Gerät erreicht werden kann. Anders als in 4G LTE werden die 5G Signale aber in der Cloud erzeugt bzw. detektiert und es muss möglich sein, sie mittels Glasfaser über mehrere Knoten im Transportnetz übertragen zu können. Für die Interferenzunterdrückung im Mobilfunk müssen dabei sehr hohe Synchronisationsanforderungen erfüllt werden. Das echtzeitfähige Übertragungssystem des Fraunhofer HHI ist erstmals in der Lage, Daten mit bis zu 2.5 Gb/s fehlerfrei im flexiblen 5G Cloud-RAN Szenario zu übertragen.

Das Projekt hatte ein Gesamtbudget von ca. 3,8 Millionen Euro. Partner waren die Netzbetreiber Orange, Telekom Slovenije, Primetel und Wellness Telecom, die Telekomausrüster ADVA und VIAVI, die IAF GmbH, die Universitäten von Kent (als Koordinator) und Essex und das Fraunhofer HHI. Das Projekt hat die vorgeschlagene Ethernet-basierte Cloud-RAN Technik durch viele wissenschaftlichen Veröffentlichungen und verschiedene Systemdemonstrationen bei internationalen Veranstaltungen, wie auf dem Mobile World Congress, der ECOC und der EUCNC, bekanntgemacht.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI
Einsteinufer 37
10587 Berlin

Anne Rommel
Tel.: +49 30 31002 353
E-Mail: anne.rommel@hhi.fraunhofer.de

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Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

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