"Bundesbericht Forschung und Innovation" vorgestellt

Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zuge der Veröffentlichung des "Bundesberichts Forschung und Innovation 2018" mitteilte, seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) im Jahr 2016 in Deutschland auf insgesamt 92,2 Mrd. Euro angestiegen. Das entspricht einem Anstieg von knapp 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gut zwei Drittel dieser Summe, rund 63 Mrd. Euro, trägt dabei die deutsche Wirtschaft. Auf den Bund entfallen 15,6 Mrd. Euro, die Universitäten und Hochschulen übernehmen die verbleibenden rund 14 Mrd. Euro. Seit Mitte der 1990er Jahre haben sich die Gesamtausgaben für Forschung und Innovation (F&I) bzw. für Forschung und Entwick-lung (F&E) mehr als verdoppelt, Treiber dieses Anstiegs ist fast ausschließlich die Privatwirtschaft.

Laut Bericht zählt Deutschland zu den zehn forschungsintensivsten Volkswirtschaften weltweit. Dabei spielen nicht nur die Gesamtausgaben, sondern auch der hohe Beschäftigungsgrad eine Rolle. Arbeiteten 2005 noch 475.000 Menschen im F&E-Bereich, so waren es zehn Jahre später bereits 640.000 Menschen. In einzelnen Teilbereichen nimmt Deutschland sogar den globalen Spitzenplatz ein: So werden hierzulande jährlich pro eine Million Einwohner 371 marktrelevante Patente angemeldet – weit mehr als in den USA (200) oder in China (27).

Gleichzeitig mahnt der Bericht an, sich auf diesen Erfolgen nicht auszuruhen: Im Digitalbereich hätten die USA schon jetzt einen Vorsprung und auch China setze mit seiner stark subventionierten und zentral gesteuerten Industriepolitik den Innovationsstandort Deutschland unter Druck. Vor dem Hintergrund dieser Konkurrenzsituation empfiehlt das BMBF „mehr Zusammenarbeit in Europa“ sowie „mehr Tempo bei der Anwendung“.

Weiterhin bekräftigt der Bericht das Ziel, bis 2025 das 3,5-Prozent-Ziel für die F&E-Quote am Bruttoinlandsprodukt zu erreichen. Bislang ist gleichwohl die 3-Prozent-Marke noch nicht überschritten. Aus dem aktuellen Haushaltsentwurf des Bundes geht zudem hervor, dass der Etat des BMBF, entgegen der Entwicklung der letzten Jahre, vorerst nicht weiterwachsen wird.

Der Bundesbericht Forschung und Entwicklung erscheint alle zwei Jahre und stellt ausführlich die Prioritäten, Ziele und Strukturen der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik vor. Zugleich dient der Bericht als Antwort der Bundesregierung auf das im Frühjahr veröffentlichte Gutachten der Expertenkommission Forschung und Entwicklung (EFI).

Quelle: BMBF

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