Ambivalenzen in der Unternehmensnachfolge

Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) veröffentlicht 21. Band in der „Schriftenreihe zu Familienunternehmen“

Logo, Universität Witten/Herdecke
Buchcover

Dr. Esther-Marie Kloth untersucht im neusten Band der WIFU-Schriftenreihe „Ambivalenzen in der Unternehmensnachfolge“ den Einfluss von Berufsmilieus auf Nachfolgeentscheidungen in Familienunternehmen. Der 21. Band der Reihe ist im November 2017 bei V&R unipress erschienen.

Familieninterne Nachfolge ist bis heute in den meisten Familienunternehmen die bevorzugte Form für die Weiterführung des operativen Geschäfts. Doch gerade hier ist das Unternehmen verwundbar, werden doch gerade hier die Vor- und Nachteile der Verbindung von Familie und Unternehmen wie durch eine Lupe vergrößert erkennbar. Die kritische Frage ist in dem Zusammenhang, wie es eigentlich um die Freiwilligkeit der Entscheidung der Nachfolgerin oder des Nachfolgers steht, das Unternehmen zu übernehmen. Diese wird gern betont, doch wird dadurch die Spannung zwischen Individualisierungsanspruch und Loyalitätsbindung verdeckt, in der er oder sie steht, werden die mit Nachfolge verbundenen Ambivalenzen ausgeblendet. Die Autorin untersucht die erlebten Freiheitsgrade der Nachfolger in verschiedenen beruflichen Kontexten, zeigt Motive der Nachfolgebereitschaft und gibt Hinweise auf Faktoren, die die Nachfolge begünstigen.

„Wir leben in einer modernen Gesellschaft, in der wir vorgeben, unsere Lebensläufe und die damit verbundenen biographischen Entscheidungen selbstbestimmt und unabhängig zu treffen. In der vor allem die eigene Herkunft, der ‚Stall‘, aus dem wir stammen, nicht maßgeblich unser Handeln bestimmt oder es gar begrenzen soll“, erklärt Dr. Kloth. „Mit Blick auf die Funktionslogik von Familienunternehmen stellt sich so schnell die Frage, ob auch Nachfolger in ihrer Nachfolgeentscheidung diesen gesellschaftlichen Handlungserwartungen folgen können oder ob die eigene Herkunft das Handeln des Nachfolgers bestimmt. Meine Arbeit löst das Rätsel einer Determiniertheit der Nachfolger durch das soziale Milieu.“

„Viel zu oft wird die Aufmerksamkeit auf die Frage gerichtet, wie man den besten Nachfolger findet, welche Anforderungen an ihn oder sie gestellt werden, und wie man den Prozess gestaltet usw.“, ergänzt Prof. Dr. Arist von Schlippe, Inhaber des WIFU-Lehrstuhls für Führung und Dynamik von Familienunternehmen und Doktorvater der Arbeit. „Doch der psychologische Prozess der Entscheidungsfindung des Nachfolgers selbst findet wenig Beachtung. Diese Lücke wird mit der vorliegenden Arbeit geschlossen!“

Das WIFU beschäftigt sich seit über fünfzehn Jahren mit den Besonderheiten von Familienunternehmen und Unternehmerfamilien. Da diese Unternehmensform ebenso spannend wie komplex ist, nimmt der Umfang der hierzu herausgegebenen Veröffentlichungen in den letzten Jahren immer stärker zu. Die seit 2009 erscheinende WIFU-Schriftenreihe soll es ermöglichen, einzelne Themenkomplexe in dem erforderlichen und angemessenen Umfang zu veröffentlichen, ohne dabei Praxisnähe und Verständlichkeit aus den Augen zu verlieren.

Der 21. Band der Schriftenreihe ist im Verlag V&R unipress als Open Access Publikation erschienen und über dessen Homepage kostenfrei erhältlich.
Ansprechpartnerin:

Nicole Vöpel
Tel.: +49  2302 926-506
E-Mail: nicole.voepel@uni-wh.de 

Quelle:

Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Str. 50
58448 Witten

Kay Gropp
Referent
Tel.: +49 2302 926-805
E-Mail: kay.gropp@uni-wh.de

Weitere Informationen/Links:

Universität Witten/Herdecke

Bestellung: Innovations- und Umweltnachrichten

Suchen mit Artikel-ID