DIHK-Studie zum Industriestandort Deutschland: Zwei Schritte vor, einer zurück

Trotz der guten Konjunktur beurteilen die deutschen Industrieunternehmen wichtige Standortfaktoren in Deutschland kritischer als noch vor drei Jahren. Das zeigt eine Mitte August 2017 veröffentlichte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Die Untersuchung beruht auf den Angaben von mehr als 1.500 Betrie-ben aus dem "IHK-Netzwerk Industrie", das deutsche Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister umfasst.

Die Umfrageteilnehmer bewerten die aktuelle Wirtschaftspolitik der Bundesregierung zwar mit einer 2,9 (Schulnote) und damit etwas besser als bei der letzten Befragung im Jahr 2014. Allerdings stufen die Unternehmen einzelne Standortfaktoren im Sommer 2017 schlechter ein als noch vor drei Jahren. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sieht darin ein "Warnsignal für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands".

So habe sich insbesondere die Unzufriedenheit der Industrieunternehmen mit dem Breitbandausbau weiter verstärkt: "Sie bewerten diese so wichtige Anbindung an die globale Digitalisierung mit der Schulnote 3,7. Keine Bewertung hat sich damit so stark verschlechtert wie diese."

2008 habe der Standortfaktor Breitband noch die Note 2,3 erhalten. "Das bedeutet im Klartext: Die politischen Ziele und Anstrengungen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur genügen nicht den steigenden Anforderungen der Unternehmen", kritisierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Wir müssen deshalb alles dafür tun, den Ausbau des Glasfasernetzes noch stärker voranzutreiben als bisher geplant."

Auch die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen hat sich nach den Erfahrungen der Unternehmen verschlechtert: Die Betriebe sprechen diesem Standortfaktor jetzt die Durchschnittsnote 3,0 zu – nach einer 2,5 im Jahr 2011.

Die Industrieumfrage enthält aber auch eine ganze Reihe sehr positive Rückmeldungen aus der unternehmerischen Praxis. So schätzen die Betriebe die Qualität ihrer Fachkräfte nach wie vor als überdurchschnittlich hoch ein. "Es bleibt allerdings eine Herausforderung, auch dieses Niveau zu sichern", warnte Wansleben. "Im Interesse unserer Industrie müssen wir jetzt unsere Stärken weiter ausbauen und unsere Schwächen ausmerzen."

Quelle: DIHK

Weitere Informationen/Links:

Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) | PDF

Bestellung: Innovations- und Umweltnachrichten

 

 

 

Suchen mit Artikel-ID