E-Commerce

Laut dem E-Commerce-Verband bevh verzeichneten die Online-Händler im Jahr 2015 einen Umsatz von 46,9 Milliarden Euro. Das Wachstum hält weiterhin an, vor allem Multi-Channel-Händler können ihren Marktanteil ausbauen. Da der Anstieg der Internetverkäufe vor allem zulasten des stationären Handels geht, ist eine Kombination von stationären Angeboten und Online-Shops für Unternehmen eine interessante Vertriebsform. „Händler, die sich der Digitalisierung verschließen, werden immer weiter Marktanteile verlieren.“, so der Geschäftsführer des E-Commerce-Center Köln.

Das Internet bietet für die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen unzählige Plattformen. Kunden suchen im Internet nach den besten Angeboten, informieren sich über Öffnungszeiten und lesen Bewertungen über Unternehmen. Auch bei einem Besuch des stationären Handels recherchieren sie online nach Warenangeboten und nehmen Preisvergleiche vor.

Jedes Unternehmen sollte heutzutage im Internet zu finden sein. Es bestehen viele verschiedene Möglichkeiten sich online präsent zu werden, z. B. mit einfachen Einträgen in Branchenbüchern und Kartendiensten (z. B. Google Maps), Unternehmenspräsentationen in sozialen Medien und Angeboten auf Marktplätzen. Je nach Tätigkeitsbereich wird sich der Umfang der Aktivitäten von Unternehmen unterscheiden. Empfehlenswert ist dennoch eine eigene individuelle Unternehmenswebseite, die oft ohne großes technisches Know-how erstellt werden kann. Für den Verkauf von Waren bietet ein eigener Webshop großes Potential neue Kunden zu akquirieren und Gewinne zu steigern. Für dienstleistungsorientierte Betriebe können Webseiten oder Unternehmensauftritte in sozialen Medien (z. B. Blogs) angelegt werden, um Expertise anzubieten und Kunden sowie Interessierten einen Einblick in die alltägliche Arbeit zu geben. Entsprechend der Vielfalt an Optionen sich im Internet zu präsentieren, sind verschiedene rechtliche, technische und gestalterische Anforderungen zu beachten.


Entscheidende Fragen

Bevor eine Online-Präsenz erstellt wird, sollten einige Vorüberlegungen stattfinden.

Für welchen Zweck soll die Unternehmenspräsenz angelegt werden?
Wer ist die Zielgruppe?
Wo sollen das Unternehmen und die Angebote präsentiert werden?
Wer sind die Wettbewerber?
Wie wird die Online-Präsenz erstellt?Wie wird der Unternehmensauftritt sicher?
Wie kann Traffic und Erfolg erhöht und gemessen werden?

 
Eine Webseite erstellen

Eine Webseite kann heute ohne größeres technisches Vorwissen angelegt werden. Es gibt viele Anbieter (Provider), die den notwendigen Webspace für die Unterbringung einer Webseite bereitstellen. Oftmals bieten diese Komplettangebote an, von der Serverbereitstellung, über Webanwendungen zur Erstellung einer Webseite, bis hin zur Domainregistrierung. Verfügt der Unternehmer über ein gutes technisches Know-how, besteht die Möglichkeit, nur einzelne Teil-pakete, wie die Serverleistung zu mieten und die Webseite beispielsweise komplett selbst zu entwickeln. 

Gestaltung der Webseite

Schon nach wenigen Klicks entscheidet sich, ob eine Kunde auf einer Webseite bleibt oder sie wieder verlässt. Entsprechend sollte man sich zur Gestaltung der Webseite einige Gedanken machen und hierbei Merkmale einer barrierefreien Webseite berücksichtigen. Zudem sollten spezifische Charakteristika und Erwartungen der Zielgruppe bekannt sein, um genau diese mit der Aufmachung und den Inhalten der Webseite zu erreichen.

Sicherer Internetauftritt- Rechtssicherheit und IT-Sicherheit

Wie bei allen Internetaktivitäten, sind auch im E-Commerce viele rechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Eine Auseinandersetzung mit Themen, wie dem rechtssicheren Aufbau einer Webseite und damit verbundenen Regelungen zum Urheber- und Wettbewerbsrecht, sollte frühzeitig und intensiv stattfinden. Für einen sicheren Internetauftritt sollte eine Webseite jedoch nicht nur rechtssicher, sondern auch IT-sicher sein. Neue Nachrichten über kriminelle Angriffe auf Webseiten werden stetig veröffentlicht. Ob es nun zu einem Datenmissbrauch kommt oder die Webseite nicht mehr erreichbar ist, die daraus resultierenden möglichen Folgen z. B. wirtschaftliche Schäden und Imageverlust sollten jedem Unternehmer bewusst sein.

Online-Marketing

Die Bandbreite an Marketing-Instrumenten scheint unüberschaubar. Dennoch bieten sie viel Potential in kurzer Zeit potentielle Kunden anzusprechen und bestehende Kunden zu binden. Schon allein ein guter Kundenservice kann die Kundenzufriedenheit erhöhen. Um für die Internetnutzer in den Suchmaschinen erreichbar zu sein, können Instrumente wie Suchmaschinenoptimierung und Display-Werbung eingesetzt werden. Ein nicht zu unterschätzendes Potential bieten auch die sozialen Medien, beispielsweise mit ihren Weiterempfehlungsfunktionen. Neben den großen bekannten Plattformen wie Facebook und XING, verfügen viele weitere Formen der sozialen Medien, wie Unternehmensblogs oder Bewertungsseiten Marketingpotential. Die Schnelligkeit der Kommunikation im Internet kann aber auch zu einer umfangreichen Verbreitung von negativen Nachrichten und Meinungen über ein Unternehmen (Shitstorm) führen. Die Kunst hierbei ist es, möglichst darauf vorbereitet zu sein und angemessen zu reagieren.

Webanalyse

Um im Online-Wettbewerb bestehen zu können, müssen Angebot und Service stetig verbessert werden. Webcontrolling-Instrumente liefern anhand von messbaren Kennzahlen Informationen über das Verhalten von Besuchern und Kunden. Sie bieten eine Grundlage zum Erkennen von Schwachstellen und Problemen sowie zur Beurteilung der Wirkung von Marketingaktivitäten. Da im Rahmen einer Webanalyse viele Daten gesammelt werden, sind datenschutzrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen. Das Bundesdatenschutzgesetz regelt z. B. den Umgang mit personenbezogenen Daten.

Internationaler Handel

Der Trend zur Internationalisierung im Online-Handel verstärkt den Wettbewerb für deutsche Unternehmen. Immer mehr Verbraucher kaufen in ausländischen Internetshops ein. Auch für hiesige Unternehmen eröffnen sich mit der Ausweitung ihrer geschäftlichen Aktivitäten ins Ausland neue Kundengruppen und Umsatzperspektiven. Für die erfolgreiche Internationalisierung sind jedoch einige Punkte zu beachten.
So sollte zu Beginn der Planung eine Markanalyse durchgeführt werden. Inwieweit bietet der Zielmarkt Potential für das Geschäftsmodell? Wie ist die Wettbewerbssituation vor Ort ist und wie sieht die Kaufkraft und Nachfrage für die angebotenen Produkte aus? Weiterhin sind zur Gewährleistung des Verbraucherschutzes die rechtlichen Rahmenbedingungen (Vertragsrecht, Wettbewerbsrecht usw.) des Ziellandes zu klären.

Marktplätze

Ein auf mehrere Vertriebskanäle (Multi-Channel) ausgerichteter Verkauf gewinnt zunehmend an Bedeutung. Auf sogenannten Online-Marktplätzen können neue Kunden dort erreicht werden, wo sie unterwegs sind. Der Online-Händler kann von der Bekanntheit und Reichweite von Platzhirschen, wie Amazon und eBay, profitieren. Beim Einstieg in den Online-Handel kann ein Vertrieb über Marktplätze zum Austesten von Produkt- und Preisstrategie hilfreich sein. Hierbei sollte auf die Transparenz und die, seitens der Plattformbetreiber, gestellten Bedingungen für die Verkaufstätigkeiten geachtet werden.  


Weiterführende Informationen

Einen weiteren Überblick zu den hier angesprochenen Themengebiete bietet der Kurz-Leitfaden "Eine Einführung in den E-Commerce" (Link).

In der folgenden Tabelle sind Literaturhinweise (Online-Quellen) zu verschiedenen Themen rund um das Thema E-Commerce gelistet: "Literaturhinweise E-Commerce" (Link)

 

 

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