Braunschweiger Technologieforum (Dokumentation)

Industrie – DIALOG 4.0 tagte in der IHK Braunschweig

Moderator Tobias Hoffmann (Mitte), Erster Stellvertreter des Präsidenten der IHK Braunschweig mit dem Referententeam des Nachmittags.
Alle Fotos dieser Seite: André Pause, IHK Braunschweig

Erst wenn industrielle Elemente wie Automatisierung, Messdatenverarbeitung, schlanke Fertigung und Flexibilität mit Elementen der Informationstechnologie wie maschinelles Lernen, IT-Hard- und Software und  digitale Geschäftsmodelle zusammen kommen, können aus den intelligenten Systemen an den Schnittstellen der beiden Bereiche Innovationen entstehen.

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Marian Köller, Projektleiter Netzwerk Industrie 4.0 in der Innovationszentrum Niedersachsen GmbH bei seinem Impulsvortrag mit vielen Praxisbeispielen zum Thema "Durchgängige Digitalisierung von der Auftragsakquisition bis zur Inbetriebnahme von Anlagen"

Eine smart factory entstehe dann, so Marian Köller vom Netzwerk Industrie 4.0 Niedersachsen , wenn Fertigungswissen im prozessualen Ablauf kaskadenartig in den Produktionsprozess zurückgeführt und sinnvoll genutzt werde. Derzeitige Herausforderungen für Unternehmen bestehen vorwiegend darin, vorhandene Betriebsmittel zu intelligenten Systeme zu entwickeln sowie dabei erste Lernschritte durch Inbetriebnahme und Einrichtung von Prozessen in den Unternehmen zu gestalten. Sein Vortrag zur durchgängigen Digitalisierung von der Auftragsakquisition bis zur Inbetriebnahme von Anlagen beinhaltete erfreulich praktische Beispiele. Dazu gehörte eine Leitstandlösung zur Visualisierung von Statusänderungen in der Produktion sowie Störungsmanagement und Bereitstellung von Produktionskennzahlen für einen Produktionsbetrieb im Bereich Audio und Unterhaltungselektronik sowie eine komplette Durchgängigkeit von einer WEB-Konfiguration eines Produktes - Maschinenprogrammierung - Durchkopplung nach Auftragseingang bis hin zur Einbindung von Lieferanten mit just-in-sequence (bestandslose Beschaffungslogistik) in einer Büromöbelfabrik.

Dr.-Ing. Sebastian Thiede, Abteilungsleiter „Nachhaltigkeit in der Produktion“ im Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig beleuchtete Chancen und Risiken von Industrie 4.0 Strategien für produzierende Unternehmen.

Über Einsatzfelder von cyber-physischen Systemen in der Produktion referierte Dr. Sebastian Thiede vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig. In solchen Systemen sind in der Hardware Sensoren und Antriebselemente miteinander über eingebettete Softwarealgorithmen vernetzt, die zusätzlich auch über das Internet ferngesteuert werden können. In einem Beispiel zur Wertstrommethode demonstrierte er, wie durch Aufnahme von Live-Daten und darauf aufbauende Kennzahlenberechnungen betriebswirtschaftlich wichtige Aussagen abgeleitet werden können, z.B. nichtwertschöpfende Nutzenergie identifizieren, das Erkennen energetischer hot-spots oder auch hilfreiche Entscheidungsunterstützungen bei Besprechungen im Werkstattbereich.

Dr.-Ing. David Inkermann, Akademischer Rat am Institut für Konstruktionstechnik der TU Braunschweig: Vergessen Sie das Denken in Bauteilen!

Potentiale und Herausforderungen im Produktentwicklungsprozess war das Thema von Dr. David Inkermann vom Institut für Konstruktionstechnik der TU Braunschweig. Die maßgebliche Wertschöpfung beginne bereits beim Kunden mit der Übersetzung von Kundenwünschen und der Gestaltung von Interaktionen mit den Kunden. Produkt- und Konstruktionswissen unterschiedlicher Unternehmens- und Funktionsbereiche führen zu einer geeigneten Gestaltung von Produktarchitekturen. Direkte Kopplung von  Produktentwicklungs- und  Produktionsdaten lassen eine Integration neuer Fertigungstechnologien entstehen und führen zu einer bestmöglichen Organisation bei einer verteilten Produktherstellung. Das Denken in Bauteilen solle der Vergangenheit angehören, so Inkermann, optimale Wertschöpfung entstehe durch ein tiefgehendes Verständnis, welche Nutzenerwartungen die Kunden am Produkt stellen.

Denken Sie groß - was sind Ihre nächsten moonshot-Projekte? Einsatzmöglichkeiten von virtueller und gemischter Realität mit Datenbrillen sparen enorm viel Geld, müssen aber gut durchdacht sein, so Peter Nowak, Unit Manager Modern Work von der CATIS GmbH, einem Unternehmen der H&D International Group.

Das Anwendungsspektrum einer holografischen Datenbrille demonstrierte Peter Nowak, Unit Manager Modern Work von der CATIS GmbH, einem Unternehmen der H&D International Group. Mit einer solchen Brille wird die reale Welt um digitale Objekte erweitert, Prototypen brauchen in vielen Fällen gar nicht mehr gebaut werden, um sie zu begutachten, sondern werden in verschiedenen Umgebungen getestet, kleinere Änderungen können gleich am Modell durchgeführt werden. Auch können virtuelle Informationen für die Realität verfügbar gemacht werden, wenn z.B. eine automatische Bilderkennung ein Bauteil identifiziert und dazu dem Verwender zusätzliche Informationen geben kann, z.B. Warnungen und Hinweise oder individuelle Anweisungen zur Verarbeitung. Experten bräuchten nicht mehr selbst vor Ort sein, so Nowak, sondern der Experte leite einen Mitarbeiter oder eine Fachkraft "remote" beim Durchführen von Tätigkeiten an. Die Fachkraft habe zwar generelle Expertise, aber das tiefgreifende Wissen zu spezieller Maschine fehle. So könne ein Experte die Lücke "remote" füllen und (Spezial-)Ressourcen effizienter genutzt werden.

Pitch (klick auf Bild öffnet Internetpräsenz des teilnehmenden Unternehmens)

Johannes Riedel: Über 250 Menschen haben sich für den Betatest der AIPARK App in der Region Braunschweig angemeldet. Wir sind begeistert! AIPARK hat Millionen von Parkplätzen in ganz Deutschland kartographiert und weist freie Parkplätze nach.
Felix Geilert: CrowdWatch ist eine innovative Lösung, die die Sicherheit in Stadien durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz deutlich erhöht und in nahezu jede bestehende Sicherheitslösung integriert werden kann.
Daniel Kerlin präsentiert den Bildungsdrucker und das Geschäftsprinzip: fabmaker bietet ein innovatives, modulares Lehr-Lernkonzept mit didaktischen Materialien rund um den Einsatz des 3D-Drucks in der Schule.
Unterdruck und Formschluss bei Greifern ermöglichen sehr flexible Variabilität beim Greifen unterschiedlicher Bauteile, ohne dass eine Vielzahl verschiedener Greifer benötigt wird, erläuterte Holger Kunz das Produkt der FORMHAND Automation UG.
Hanke Konsek, Gründer des Ingenieurbüros GuteDrohne, steuerte eine Drohne, die vom Innenhof des IHK Gebäudes ein 360° Video aufnahm. Das beeindruckende Ergebnis konnten sich die Gäste der Veranstaltung über VR-Brillen anschauen.
Tobias Sell, Geschäftsführender Gesellschafter und Leitung der IT-Entwicklung beim APP-Spezialisten mobfish beschreibt 360° Video-Lösungen, Virtual Reality und Gamification - Möglichkeiten, die weit über Spielerlebnisse hinausgehen.

Im Rahmen eines jeweils 2-Minuten-Pitch trugen Vertreter junger und im Technologiebereich "Wirtschaft 4.0" tätiger Unternehmen eine Kurzvorstellung ihrer Tätigkeiten vor ("künstliche Intelligenz", "3-D-Druck", "Greifer für Handhabungssysteme", "Drohnen" und "mixed Reality Anwendungen"). Die  websites  der pitch -Teilnehmer wurden bereits in der Einladungsseite zur Veranstaltung qua link hinterlegt, sodass teilnehmenden Gästen schon im Vorfeld zur Veranstaltung ein social / economic scanning der Pitchteilnehmer ermöglicht wurde.

Am Nachmittag wurde mit einer Drohne ein 360° Video aufgenommen, während der Veranstaltung produziert und im Anschluss an die Vorträge mit VR-Brillen und einem "normalen Video" präsentiert.

Die Drohnenflüge

Wir danken dem Drohnenpilot Hanke Konsek, www.gutedrohne.de, mit seinem Co-Piloten für die Flugshow und die Filmbearbeitung.

Wir danken mobfish.de für die Bereitstellung des Materials auf dem Server.


Voraussetzungen:

Desktop PCs, Laptops etc.: die aktuelle Version von Chrome, Opera, Firefox oder Internet Explorer sollte installiert sein.

Smartphones, Tablets etc.: die aktuelle Version der YouTube App für Android oder iOS sollte installiert sein.

Wie bewegt man sich im 360 Grad Video?

Die Perspektive am Desktop lässt sich durch Mausbewegung steuern bzw. über das Steuerkreuz in der linken, oberen Ecke.Bei der mobilen Betrachtung kann man sich innerhalb von 360 Grad Videos umsehen, indem das Smartphone oder Tablet einfach in die gewünschte Richtung gedreht wird.


(1) Die Drohne filmt:

Quelle: gutedrohne.de, mobfish

(2) Die Drohne wird gefilmt:

Quelle: IHK Braunschweig, Jan Hauberg

Begleitet wurde die Veranstaltung durch einen Besuch der "Mobilen Fabrik" des Projektes mitunsdigital.de. Hier konnten sich die Öffentlichkeit und die Veranstaltungsbesucher über das Thema "Vernetzte Fabrik - Industrie 4.0" informieren.

Mareile Kriwall vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hannover präsentierte im Außenbereich die Produktion eines Kugelschreibers in der Losgröße 1 in der Mobilen Fabrik - ein normaler Bus, in dem sechs untereinander vernetzte Arbeitsstationen das Grundprinzip einer Industrie 4.0 Fertigung demonstrierten

Suchen mit Artikel-ID

Ansprechpartner


Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtschaftsing. Peter Peckedrath

Kontaktinformationen

Ansprechpartner


Waltraud Siegmund

Kontaktinformationen

Wirtschaft 4.0: Große Chancen - viel zu tun

Wollen Sie regelmäßig zu Veranstaltungen und Treffen der IHK rund um das Thema "4.0" eingeladen werden? Wir laden Sie zu einer Mitwirkung in den Kreis "DIALOG 4.0" ein - lassen Sie sich registrieren. mehr