Duale Berufsausbildung „Made in Germany“

Schweden ist für Deutschland in vielerlei Hinsicht ein Vorbild. Geht es um soziale Gerechtigkeit, Arbeitszufriedenheit, Flüchtlingspolitik oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie, schaut die ganze Welt nach Schweden. Beim Thema duale Ausbildung nimmt Deutschland allerdings ganz klar eine Vorreiterrolle ein. Das deutsche Ausbildungsmodell wird weltweit als Erfolgsmodell gesehen und die Nachfrage nach Kooperationen wächst stetig.

Auch das Bäckadalsgymnasiet aus dem südschwedischen Jönköping, einer Berufsschule für 16-18 Jährige, interessiert sich für das duale Ausbildungssystem in Deutschland. Im Rahmen des Erasmus+ Projektes „Moving Harz 2017“ wurde die BBS 1 Goslar – Am Stadtgarten von einer siebenköpfigen Delegation schwedischer Lehrkräfte besucht, die viele Fragen zum deutschen Ausbildungssystem im Gepäck hatten. In Schweden erfolgt die Ausbildung in Berufsschulen und wird durch wenige Praxisphasen in Betrieben begleitet. Zwei Lernstandorte wie in Deutschland, also Unternehmen und Berufsschule, existieren in Schweden nicht.

Die schwedische Delegation in der IHK Braunschweig.

Im Dezember des vergangenen Jahres waren Studiendirektor und Leiter der Abteilung Berufsschule, Rainer Vorberg, und Studienrat, Andreas Ude, zusammen mit ihren schwedischen Kolleginnen und Kollegen in der IHK Braunschweig. Leiter der Abteilung für Berufsausbildung und Berufliche Weiterbildung, Jan Hauberg, hat mit einem Vortrag zur dualen Ausbildung in Deutschland erklärt, wie das System funktioniert, welche Vorteile es gibt und welche Akteure zum Gelingen beitragen. „Die duale Berufsausbildung ermöglicht jährlich über 500.000 jungen Menschen bundesweit den Einstieg in eine qualifizierte berufliche Tätigkeit. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die betriebliche Ausbildung Grundlage für Innovation und Wachstum“, so Hauberg.

Das Interesse am dualen Ausbildungssystem ist so groß wie nie zuvor. Italien, Portugal, China, Brasilien und die USA sind nur einige Länder, die mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung in Kooperationsgesprächen sind.

Mehr als 300 verschiedene Ausbildungsberufe bieten jungen Menschen individuelle Karrierechancen. Rund 140 Berufe davon werden von Unternehmen im Bezirk der IHK Braunschweig ausgebildet. Im vergangenen Jahr wurden etwa 2.800 neue Ausbildungsverhältnisse in 1.800 Ausbildungsbetrieben eingetragen und rund 3.500 Auszubildende haben ihre Abschlussprüfungen in der IHK Braunschweig abgelegt.

Neben den ausbildenden Unternehmen sind Berufsbildende Schulen eine der tragenden Säulen im dualen Ausbildungssystem. „Ohne die gute Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen könnte die IHK ihrem hoheitlichen Auftrag in der beruflichen Bildung nicht gerecht werden“, so Hauberg abschließend.

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