Wie finde ich meine Auszubildenden?

Zehn Tipps wie Sie mehr Bewerber für Ihre freien Ausbildungsstellen bekommen können

Seit einigen Jahren beklagen Unternehmen, dass sich immer weniger gut qualifizierte Jugendliche bei ihnen für eine Ausbildung bewerben – die Zahlen der Studierenden wachsen hingegen jährlich. Dabei bietet eine Ausbildung hervorragende Karriereperspektiven und in der deutschen Wirtschaft fehlen tausende Fachkräfte. Ein Schritt gegen den Fachkräftemangel ist zum einen eine ergebnisoffene Berufsorientierung an allen Schulformen. Doch auch Unternehmen müssen aktiv werden: diese zehn Tipps können Ihnen helfen, mehr passende Bewerber für Ihre Ausbildungsplätze zu finden.

1. Wer kennt Ihren Betrieb überhaupt?

Jugendliche, die Ihr Unternehmen nicht kennen, werden sich auch nicht bei Ihnen bewerben. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind oft nicht über ihr direktes Arbeitsumfeld hinaus bekannt – umso wichtiger ist es also, dass Sie Ihre Bekanntheit steigern. Machen Sie deutlich wofür Ihr Unternehmen steht, was Sie anbieten und für welche Werte Sie eintreten.

2. Kommunikation auf allen Kanälen

Vor kurzem hat es noch gereicht, wenn Sie Ihre Stellenangebote auf Ihrer Homepage veröffentlicht haben? Ihr Unternehmen war durch seine Bekanntheit allein schon attraktiv genug für die Bewerber? Wenn Sie in der Vergangenheit nur auf einen Weg gesetzt haben, Ihre Auszubildenden zu finden, stehen Sie sicher bald vor rückläufigen Bewerberzahlen. Erweitern Sie Ihre Maßnahmen: Machen Sie Werbung, gehen Sie Kooperationen ein oder treten Sie bei Veranstaltungen auf. Mit jeder weiteren Maßnahme erhöhen Sie die Chance, neue Auszubildende zu finden.

3. Öffnen Sie Ihre Türen

Vielen Jugendlichen reicht es nicht, ein Unternehmen nur über die Firmenhomepage kennenzulernen. Sie wollen wissen, wer hinter den Türen zum Ausbildungsbetrieb steckt. Wer sind die Ausbilder? Wie ist der Chef drauf? Gehen Sie also auf Ihre Zielgruppe zu und stellen Sie sich vor. So können Sie beispielsweise Betriebsbesuche für Schulklassen anbieten, Praktika vereinbaren und auf Messen für Ihre Ausbildung werben.

4. Lernen Sie sich gegenseitig kennen

Sie haben Bewerber bei denen Sie sich noch unsicher sind, ob sie wirklich zu Ihrem Unternehmen passen? Vereinbaren Sie vor dem Ausbildungsstart ein Betriebspraktikum oder einen Probearbeitstag. So können Sie besser beurteilen, wie sich die Bewerber im Arbeitsalltag schlagen würden. Übrigens: Viele Bewerber nutzen die Gelegenheit Sie genau unter die Lupe zu nehmen. Schließlich muss das Ausbildungsverhältnis für beide Seiten passen.

5. Wo finden Sie die passenden Bewerber?

Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung: Allein im Bezirk der IHK Braunschweig werden 137 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten. So unterschiedlich die Anforderungen für die einzelnen Berufe sind, so unterschiedlich sind auch die Zielgruppen, die sich Unternehmen als Bewerber wünschen. Welche Interessen und Fähigkeiten sollten Ihren zukünftigen Auszubildenden mitbringen und wo können Sie die jeweiligen Jugendlichen am besten erreichen? Arbeiten Sie beispielsweise in technischen Fächern mit Schulen zusammen oder vielleicht finden Sie im lokalen Sportverein Ihren nächsten Sport- und Fitnesskaufmann.

6. Das zeichnet Sie aus

Große Unternehmen bekommen oft deutlich mehr Bewerbungen als kleine und mittlere Unternehmen. Es wäre leicht, zu sagen, das läge nur an der Bekanntheit. Doch fragen Sie sich, wo liegen Ihre Stärken? Was können Sie Auszubildenden bieten, was andere nicht haben? Sei es die intensive Betreuung und die große Verantwortung, die Auszubildende in kleinen Unternehmen frühzeitig bekommen, die guten Aufstiegschancen in mittelgroßen Betrieben oder die Gelegenheit zum Auslandsaufenthalt im Großkonzern.

7. Ausbildung mit Perspektive

Karriere geht nur mit Studium? Viele Jugendliche wissen nicht genau, welche Möglichkeiten Sie überhaupt haben, wenn Sie eine duale Ausbildung machen. Sie bieten Ihren Auszubildenden eine schnelle Weiterqualifikation zum Meister, Techniker oder Fachwirt? Sie haben Standorte im Ausland, bei denen Ihre Auszubildenden hospitieren können? Werben Sie damit. Zeigen Sie den jungen Menschen, welche guten Perspektiven ihnen eine Ausbildung in Ihrem Betrieb bietet – so werden Sie als Arbeitgeber attraktiver.

8. Qualität zahlt sich aus

Wenn Sie ein Produkt kaufen oder verkaufen, haben Sie gewisse Ansprüche an dessen Qualität. Genau so sollten Sie den Anspruch haben, die Lehre in Ihrem Unternehmen auf einem hohen Niveau zu halten – ansonsten finden Sie immer weniger Interessenten für Ihr „Produkt Ausbildung“. Also: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Ausbilder gut qualifiziert sind und Ihre Lehrling stets angemessen betreuen und begleiten. Die Auszubildenden werden es Ihnen mit guten Leistungen und hoher Motivation danken – und sie werden über ihre Spitzenausbildung sprechen

9. Noten sind nicht alles – wer passt wirklich zu Ihnen?

Schule liegt nicht jedem und nicht jeder hat in allen Fächern gute Noten. Doch gerade die beruflich-fachlichen Kompetenzen entwickeln sich im Laufe des Arbeitslebens immer weiter. Auf der anderen Seite gibt es Fähigkeiten, die nur schwer trainiert werden können, wie zum Beispiel Neugier, Motivation, Zuverlässigkeit oder Kritikfähigkeit. Berücksichtigen Sie also auch soziale und persönliche Kompetenzen bei der Bewerberauswahl – diese können ein durchwachsenes Schulzeugnis in vielen Fällen sicher etwas ausgleichen.

10. Über Umwege zur Ausbildung

Wenn Sie wenig Erfolg dabei haben, Schulabgänger für eine Ausbildung in Ihrem Betrieb zu begeistern, dann erweitern Sie Ihre Zielgruppe. Es gibt viele Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen noch keinen Berufsabschluss haben, zum Beispiel: Jugendliche mit Startschwierigkeiten oder Behinderung, Studienabbrecher, an- bzw. ungelernte Arbeitskräfte, junge Eltern, Quereinsteiger, Bewerber aus anderen Regionen oder Ländern. Seien Sie offen für alle Bewerbergruppen. Viele von ihnen bringen mehr Lebenserfahrung oder fachliche Vorkenntnisse mit. Außerdem sind sie meist besonders motiviert – einen weiteren Rückschlag im beruflichen Einstieg wollen sie sich nicht erlauben.

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