Beschäftigung von Geflüchteten

Rechtliche Grundlagen zur Beschäftigung und Ausbildung von Geflüchteten

Maßgeblich abhängig von einer Beschäftigung in Deutschland ist der Aufenthaltsstatus der geflüchteten Menschen.

Status von Flüchtlingen

Anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte können uneingeschränkt eine Beschäftigung aufnehmen.

Ausländer aus sicheren Herkunftsstaaten

Für Asylbewerber und Geduldete aus sicheren Herkunftsstaaten, die einen Asylantrag nach dem 31.08.15 gestellt haben, gilt ein Beschäftigungsverbot. Zu den sicheren Herkunftsstaaten gehören:

  • Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik, Montenegro, Senegal, Serbien

Zugang zum Arbeitsmarkt für Geduldete und Asylbewerber

Geduldete (Personen mit Duldung) und Asylbewerber (Personen mit Aufenthaltsgestattung) dürfen grundsätzlich nach drei Monaten ab der Registrierung als Asylsuchender eine konkrete Beschäftigung aufnehmen, wenn folgende Zustimmungen vorliegen:

  • Zustimmung der Ausländerbehörde
  • Zustimmung der Zentralen Arbeits- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigungsbedingungsprüfung) 

Ab dem 49. Monat Aufenthalt ist für die Beschäftigung von Asylbewerbern und Geduldeten nur noch die Zustimmung der Ausländerbehörde notwendig, die Zustimmung der Arbeitsagentur entfällt.

Die Vorrangprüfung, die bisher im Rahmen einer Zustimmung der Arbeitsagentur in vielen Fällen durchgeführt wurde, entfällt - zunächst für drei Jahre befristet - in 133 von insgesamt 156 Arbeitsagenturbezirken in Deutschland. Damit wird der Zugang zur Beschäftigung für Asylbewerber und Geduldete erleichtert. So wird auch die Aufnahme von Zeitarbeit bereits nach drei Monaten möglich. Die 23 Agenturbezirke mit bestehender Vorrangprüfung befinden in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Für Geflüchtete gilt das Mindestlohngesetz ebenso, wie für alle anderen Arbeitnehmer.

Beschäftigungen ohne Zustimmung der ZAV

Für die folgenden Beschäftigungen ist keine Zustimmung der ZAV notwendig. Die Zustimmung der Ausländerbehörde ist weiterhin erforderlich. Für Asylbewerber gilt eine dreimonatige Wartefrist, Geduldete können diese Beschäftigungen sofort mit der Erteilung der Duldung aufnehmen.

Betriebliche Ausbildung für Geduldete und Asylbewerber

Asylbewerber und Geduldete können eine staatlich anerkannte oder vergleichbare betriebliche Ausbildung aufnehmen. Für eine schulische Berufsausbildung ist in der Regel ohnehin keine Erlaubnis erforderlich.

Mit dem Integrationsgesetzt erhalten Geduldete nun für die gesamte Ausbildung ein Bleiberecht und die Möglichkeit, im Anschluss der Ausbildung weitere zwei Jahre im Betrieb arbeiten zu können (3+2-Regelung).

Wichtig!- Mitteilungspflicht der Ausbildungsbetriebe und Ausbildungseinrichtungen nach § 60a Absatz 2 Satz 7 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG)

Eine nach § 60a Abs. 2 Satz 4 AufenthG erteilte Duldung zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Beruf erlischt unmittelbar, wenn die Ausbildung nicht mehr betrieben oder abgebrochen wird. Diese Rechtsfolge ist an die Mitteilung des Ausbildungsbetriebes bzw. Ausbildungseinrichtung geknüpft. Als Ausbildungsbetrieb bzw. Ausbildungseinrichtung sind Sie deshalb verpflichtet, das Nichtbetreiben oder den Abbruch der Ausbildung nach § 60a Abs. 2 Satz 7 AufenthG unverzüglich, in der Regel innerhalb einer Woche, schriftlich der Ausländerbehörde mitzuteilen.

Folgende Angaben müssen in der schriftlichen Mitteilung an die Ausländerbehörde enthalten sein:

  • Tatsache des Nichtbetreibens oder des Abbruchs
  • Zeitpunkt ihres Eintritts
  • Namen und Vornamen Ihrer/Ihres Auszubildenden
  • Staatsangehörigkeit Ihrer/Ihres Auszubildenden

Die Ausländerbehörde weist darauf hin, dass es eine Ordnungswidrigkeit darstellt, wenn eine Mitteilung nach vorsätzlich oder leichtfertig nicht, nicht richtig, nicht vollständig, nicht in vorgeschriebener Weise oder nicht rechtzeitig gemacht wird. Die Ordnungswidrigkeit kann in diesen Fällen mit einer Geldbuße bis zu 30.000,- Euro geahndet werden.

Ausbildungsförderung

Anerkannte Flüchtlinge haben uneingeschränkten Zugang zur Ausbildungsförderung. Für Asylbewerber und Geduldete gibt es Wartezeiten, bis z. B. ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), eine assistierte Ausbildung (AsA) oder Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) in Anspruch genommen werden können. Genauere Informationen finden Sie in der PDF "Betriebliche Ausbildung von Flüchtlingen".

Hochqualifizierte

Asylbewerber und Geduldete können eine ihrem Abschluss entsprechende Beschäftigung aufnehmen, wenn:

  • sie einen anerkannten Hochschulabschluss besitzen und mindestens 50.800 Euro brutto (Stand 2017, Gehaltsgrenze wird jährlich angepasst) im Jahr verdienen
  • oder einen deutschen Hochschulabschluss besitzen (unabhängig vom Einkommen).

Praktika, Bundesfreiwilligendienst

Asylbewerber und Geflüchtete können verschiedene Praktika absolvieren: Einstiegsqualifizierung, Praktika zur Berufsorientierung, ausbildungs- und studiumsbegleitende Praktika, betriebliche Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAG), Anpassungsqualifizierungen für die Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses und Probebeschäftigungen. Je nach Art und Länge des Praktikums sind Bestimmungen in Hinblick auf Zustimmungserfordernisse und Vergütung zu berücksichtigen. Weitere Informationen sind in der PDF "Praktika für Flüchtlinge" zu finden.

Zudem können Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive einen Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe absolvieren.

Jobbörse für Geflüchtete und Arbeitgeber

workeer ist die erste Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse Deutschlands, die sich speziell an Flüchtlinge richtet. Arbeitgeber haben die Möglichkeit ein Gesuch aufzugeben oder direkt einen potenziellen Mitarbeiter zu finden. Die Börse finden Sie unter dem externen Link http://www.workeer.de/

Auch die Jobbörse "Jobbörse.de" bietet Arbeitgebern und Flüchtlingen Stellenangebote und Bewerberprofile kostenlos einzustellen. Weitere Informationen finden Sie unter 'Jobbörse.de'.

Weitere Information können Sie den im Downloadbereich zusammengestellten Broschüren entnehmen.

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Ansprechpartner


Christiane Trabitz

Kontaktinformationen

Downloads

Überlick zu Beschäftigungsmöglichkeiten

Leitfaden des Thünen-Instituts: Empfehlungen von  Unternehmen
8,45 MB, PDF | Download
Leitfaden des DIHK
3,07 MB, PDF | Download

Weitere detaillierte Informationen & Tipps der KOFA

Praktika für Flüchtlinge
(Tabelle)
150 KB, PDF | Download
Betriebliche Ausbildung von Flüchtlingen
(Tabelle)
122 KB, PDF | Download
Beschäftigung von Flüchtlingen
(Tabelle)
122 KB, PDF | Download
Handlungsempfehlung Praktika für Flüchtlinge
582 KB, PDF | Download
Handlungsempfehlung Ausbildung von Flüchtlingen
410 KB, PDF | Download
Handlungsempfehlung Beschäftigung von Flüchtlingen
525 KB, PDF | Download