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Druckdatum: 23.05.2013Seite drucken

IHK-Sozialtransferpreis 2010...

Erster Preisträger Jochen Staake initiierte die Aktion gesundes Frühstück

IHK-Sozialtransferpreis 2010 – Gesundes Frühstück für 1400 Schulkinder


Sozialministerin Aygül Özkan: »Die Welt wird grauer, weiblicher und bunter.«
Verantwortung zeigen (v. l.): Dr. Wolf-Michael Schmid, Ulrich Markurth, Alexandra Staake, Wolfgang Klassen, Rüdiger Warnke, Joachim Blätz, Ralf Isensee, Harald Tenzer, Roland Gottlewski und Heino Schmidt.

Unternehmen sind auf vielfältige Weise sozial engagiert: Dieses Engagement wird in Zukunft mit dem IHK-Sozialtransferpreis ausgezeichnet. Der erste Preisträger ist Jochen Staake, der die Aktion gesundes Frühstück initiiert hat. Ziel der Aktion ist es, sich um Braunschweiger Grundschulkinder zu kümmern, die aus sozial schwachen Familien stammen. An sieben Grundschulen, die sich in der Weststadt, dem westlichen Ringgebiet und dem Siegfriedviertel befinden, wird seit Februar dieses Jahres zweimal in der Woche ein gesundes, kostenloses Frühstück geliefert. Vor rund 150 Gästen nahm Alexandra Staake am 21. Juni im Kongresssaal der IHK Braunschweig den Sozialtransferpreis für ihren Vater Jochen Staake entgegen.

Alexandra Staake, Geschäftsführerin der STAAKE Investment & Consulting GmbH, freut sich über die Auszeichnung. »Wir wollen die Chancen sozial benachteiligter Kinder verbessern. Es darf nicht sein, dass Schulkinder ohne Frühstück zur Schule kommen«, so Staake. »Mit der Aktion wird den Schulkindern zudem verdeutlicht, welche Bedeutung ein gesundes Frühstück für die Lern- und Leistungsfähigkeit im Schulalltag und für die Gesundheit hat«, erläutert Staake in der Pressekonferenz. Die Frühstückslieferung besteht aus einem frischen Vollkornbrot, bestrichen mit Butter, einem Stück Obst und einem Getränk. Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, wird das Frühstück im Klassenverband eingenommen. 

Für die Stadt Braunschweig, die das Projekt unterstützt und die Grundschulen ausgewählt hat, nahm Sozialdezernent Ulrich Markurth den Geldpreis in Höhe von 10 000 Euro entgegen. »Die Aktion gesundes Frühstück zeichnet sich dadurch aus, dass eine frühe Abstimmung dazu beigetragen hat, dass die Mittel effektiv genutzt werden und dort ankommen, wo sie benötigt werden. Hier wird zielgerichtet etwas unternommen und sowohl bei Staake als auch den weiteren beteiligten Unternehmen merkt man die Begeisterung für das Projekt«, so Markurth, und verspricht, dass die 10 000 Euro für die Aktion gesundes Frühstück eingesetzt werden. Ermöglicht wurde der Geldpreis durch Sponsoring der Firmen Braunschweigische Landessparkasse, eck*cellent IT GmbH, Simon & Focken GmbH, Tenzer Mineralöl GmbH & Co. KG und die Uhlig Rohrbogen GmbH.

An dem Projekt sind neben dem Unternehmen Staake zudem die Baugenossenschaft ›Wiederaufbau eG‹, die Nibelungen-Wohnbau-GmbH und Edeka Minden-Hannover beteiligt. Die Überzeugung, dass Schulkinder mit dem Projekt auf gesundes Ernährungsverhalten hingewiesen werden und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird, hat die Unternehmen dazu bewogen, sich ebenfalls für das Projekt zu engagieren. 

»Auch weitere Partner sind gerne erwünscht. Mittlerweile erhalten wir ungefähr einmal pro Woche Anfragen von Schulen zu anderen Unterstützungswünschen, zum Beispiel Sponsoring von Klettergerüsten für den Schulhof. Das zeigt, dass sich weitere Möglichkeiten für soziales Engagement bieten«, erklärt Alexandra Staake.
Bei der Festveranstaltung wies Dr. Wolf-Michael Schmid, Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig, bei seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass der Staat bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme zunehmend überfordert ist. »Wir brauchen privatwirtschaftliches Engagement an vielen sozialen Brennpunkten«, so Dr. Schmid. Dass sich bereits viele Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren, soll der IHK-Sozialtransferpreis zeigen, der in Zukunft jedes Jahr im Frühjahr vergeben wird. Zudem sollen mit der Auszeichnung auch andere Unternehmer ermutigt werden, sich sozial zu engagieren.

Harald Tenzer, Vizepräsident und Vorsitzender der Jury, betonte, dass Unternehmen eine Pflicht haben, sich sozial zu engagieren. Bereits in der ersten Ausschreibungsrunde wurden 13 Projekte eingereicht, von denen drei Favoriten von der Jury ausgewählt wurden. Die Entscheidung der Jury ist am Ende auf die Aktion gesundes Frühstück gefallen, da sich hierbei Unternehmer mit Tatkraft für das Projekt einbringen, die Nachhaltigkeit gesichert wird und es eine große Breitenwirkung für andere entfalten kann. »Wir wünschen uns, dass die Aktion gesundes Frühstück auch in Zukunft fortgeführt wird und denken, dass wir mit der Auszeichnung durch den Sozialtransferpreis hierzu einen Anstoß geben konnten«, bekräftigte Tenzer.

Die Festansprache wurde von der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Frau Aygül Özkan, gehalten. Sie betonte, dass soziales Engagement von Unternehmern wichtig sei und zum Gelingen der Demokratie beiträgt – zu oft wurden die Schlagzeilen jedoch von den schwarzen Schafen und den Heuschrecken unter den Unternehmern bestimmt.

Aus ihrem politischen Ressort berichtet sie »die Welt wird grauer, weiblicher und bunter.« Grau steht dabei für die alternde Gesellschaft, weiblicher für berufstätige Frauen und bunter für die Vielfalt der Nationalitäten und Kulturen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, sich während ihrer Amtszeit besonders für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Erleichterung von Integrationsprozessen einzusetzen. Als konkrete Unterstützung in diesen Bereichen nennt sie die Koordinierungsstellen ›Frauen und Wirtschaft‹, die Frauen und Männer zu ihrer Berufsrückkehr nach der Kinderpause beraten und einen Landeswettbewerb, der im Sommer starten wird, an dem sich familienbewusste Unternehmen und Kommunen um einen mit 60 000 Euro dotierten Preis bewerben können.

Auf Integrationsfragen eingehend berichtet sie, dass die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsbildungsabschlüssen erleichtert werden soll. Ein Anerkennungsverfahren wird erarbeitet und Ende des Jahres werden Anlauf­stellen eingerichtet, damit eine Anerkennung gezielter ermöglicht werden kann.

Besonders am Herzen liegt ihr die Situation junger Menschen: »Sie sind die Zukunft unseres Landes, wir müssen sie unterstützen, ihre Talente frühzeitig erkennen, stärken und Motivation schaffen«, so Özkan. Ihre Festansprache stellte Sie unter das Motto ›Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit‹, ein Zitat von George Bernhard Shaw. Mit dem Zitat verbindet sie den Wunsch, dass besonders viele Unternehmerinnen und Unternehmer soziale Verantwortung übernehmen und sich engagieren. Der IHK-Sozialtransferpreis kann ihrer Ansicht nach dafür wegweisend sein.    kl

Bild oben (v. l.): Dr. Wolf-Michael Schmid, Aygül Özkan, Alexandra Staake und Harald Tenzer. Bild unten: Der IHK-Sozialtransferpreis soll das vielfältige Engagement im Besonderen der mittelständischen Unternehmen mehr ins Blickfeld rücken. Fotos: Heinz Gramann