Das Tourismusprojekt...

Die Kulturschätze der Region sind kaum miteinander vernetzt

Das Tourismusprojekt »ZeitOrte«: Das Beste aus sechs Welten


Wie kann man die Übernachtungszahlen in der Braunschweiger Region weiter steigern? Klar, durch eine gute Außendarstellung. Das Problem? Die Kulturschätze der Region sind kaum miteinander vernetzt. Nehmen wir als Beispiel die Wolfsburger Autostadt, die nach dem Freizeitpark Rust in Süddeutschland das am zweithäufigsten besuchte Ausflugsziel in Deutschland ist. Ein Teil der jährlich zwei Millionen Besucher der Autostadt könnte durchaus empfänglich sein für andere Tourismusziele in unserer Region, etwa den Dom in Königslutter oder die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Mit dem Tourismusprojekt »ZeitOrte« soll dieses Manko jetzt durch ortsübergreifende touristische Angebote behoben werden. Die Umsetzung erfolgt durch den Verein TourismusRegion BraunschweigerLand. Initiator und Projektpartner ist die projekt Region Braunschweig GmbH.

Das Projekt »ZeitOrte« unterteilt die kulturelle Vielfalt unserer Region in sechs Epochen von der Urzeit über die Steinzeit, Mittelalter & Renaissance, Barock und Aufklärung, Industrialisierung & Moderne bis hin zu Gegenwart und Zukunft. Der Startschuss für das Projekt fiel am 3. Dezember im Till Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt.

Das Ziel des Tourismusprojekts »ZeitOrte« ist eine bessere Vernetzung und Außendarstellung der Kulturschätze unserer Region. Unser Bild zeigt (von links): Dirk Warnecke, Ruth Naumann, Dag Wachsmann als Eulenspiegel, Charlotte Papendorf, Jan-Christoph Ahrens und Julius von Ingelheim. Foto: Jörg Scheibe
Das Ziel des Tourismusprojekts »ZeitOrte« ist eine bessere Vernetzung und Außendarstellung der Kulturschätze unserer Region. Unser Bild zeigt (von links): Dirk Warnecke, Ruth Naumann, Dag Wachsmann als Eulenspiegel, Charlotte Papendorf, Jan-Christoph Ahrens und Julius von Ingelheim. Foto: Jörg Scheibe

»Bestehende Tourismusangebote werden aufgegriffen, miteinander kombiniert und durch neue Reise-Arrangements ergänzt«, sagt Jan-Christoph Ahrens, Geschäftsstellenleiter des Vereins TourismusRegion BraunschweigerLand. Für eine bessere Kommunikation und Außendarstellung, so Ahrens, soll neben einer Ausschilderung der touristischen Attraktionen mit dem »ZeitOrte«-Logo auch die neue Internetseite www.ZeitOrte.de sorgen sowie ein Merian live!-Reiseführer, der sich ausschließlich den »ZeitOrten« widmet und 2011 erscheint.

»Thematische Spezialisierung mit bisher 80 ›ZeitOrten‹ in der Region«

Dirk Warnecke, Geschäftsführer der projekt Region Braunschweig, freut sich, dass zu dem touristischen Netzwerk bereits 80 Attraktionen und Besuchereinrichtungen gehören. Bis 2012 stehen für die notwendige Anschubfinanzierung durch die Beteiligung aller Partner und des Landes Niedersachsen 900 000 Euro zur Verfügung, die in die Vernetzung und Vermarktung der »ZeitOrte« fließen.

»Häufig wissen selbst diejenigen, die hier leben, überraschend wenig über die Kulturschätze unserer Region«

Das Projekt »ZeitOrte« werde neben der Außenwirkung auch bei den Menschen in der Region das Bewusstsein für die unheimlich vielen, hier vorhandenen, Kulturschätze schärfen, ist Julius von Ingelheim, Vorstandssprecher der Wolfsburg AG und seit kurzem neben Dirk Warnecke Geschäftsführer der projekt Region Braunschweig, überzeugt. »Wir wollen kräftig Gas geben«, sagte er. Freizeitangebote und Tourismus seien ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.

Der Bekanntheitsgrad unserer Kulturschätze werde bei den Menschen unserer Region durch das Projekt »ZeitOrte« kräftig steigen, unterstreicht auch Jan-Christoph Ahrens, »viele wissen derzeit überraschend wenig über das kulturelle Angebot.«

Erster »ZeitOrt« ist das Till Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt, das 2010 den 500. Jahrestag des ältesten Eulenspiegel-Druckes feierte. »Wir sind voller Überzeugung dem Netzwerk beigetreten und rechnen ganz klar mit steigenden Besucherzahlen«, betonten Samtgemeindebürgermeisterin Ruth Naumann und Museumsleiterin Charlotte Papendorf.

Die Samtgemeinde Schöppenstedt werde zu recht als »Die Eulenspiegel-Region« bezeichnet. Hier sei der mittelalterliche Schalk zur Welt gekommen. Papendorf: »Seit Herbst 2007 sind zudem mehr als die Hälfte der 96 Geschichten, die man in dem Erfolgsroman aus dem 16. Jahrhundert findet, in eine dauerhafte Freilicht-Ausstellung in allen Gemeinden der Samtgemeinde verwandelt worden. Eine Autoroute, ein Rad- und ein Wanderweg verbinden die Stationen miteinander. Das Eulenspiegel-Erlebnisland und natürlich das Till Eulenspiegel-Museum ziehen Einzel- wie Gruppenbesucher an.« jh

Die Mitglieder im Tourismus­Region BraunschweigerLand e. V.

Projektpartner ZeitOrte

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