Konjunkturumfrage Dienstleistungen

04.05.2012

IHK-Konjunkturumfrage 1. Quartal 2012 – Dienstleister machen gute Geschäfte, Banker sind besorgt


Die Geschäfte der regionalen unternehmensbezogenen Dienstleister laufen blendend. Umsätze wie Auftragseingänge haben das hohe Niveau des Vorquartals gehalten und sind teilweise sogar noch gestiegen. Bei den Kreditinstituten im Wirtschaftsraum zwischen Harz und Heide drücken die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nach wie vor gewaltig auf die Stimmung. Das geht aus der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig in der Dienstleistungsbranche und im Kreditgewerbe hervor.

Der von der Kammer ermittelte Konjunkturklimaindikator, der sowohl die aktuelle geschäftliche Lage der Unternehmen als auch ihre Geschäftserwartungen abbildet, pendelte sich bei den Dienstleistern im ersten Quartal 2012 bei 149 Punkten (Vorquartal 154 Punkte) ein. Demnach erfreuen sich 72 Prozent der Dienstleister an einer guten gegenwärtigen Geschäftslage. Bei den Banken zog der Konjunkturklimaindikator leicht auf 91 Punkte (Vorquartal 85 Punkte) an. 47 Prozent der befragten Kredit-institute bewertet demnach die eigene aktuelle Lage mit der Note Gut.

Über die Hälfte der befragten Dienstleister geht davon aus, dass sich ihre aktuell blendende Verfassung in den nächsten Monaten nicht wesentlich ändern wird. Unternehmen der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft sind mit einem Anteil von 51 Prozent derzeit besonders optimistisch eingestellt. Auch 43 Prozent der Unternehmen aus der IT- und Medienwirtschaft erwarten zukünftig eine eher günstigere Entwicklung ihrer Geschäfte. Die meisten Architektur- und Ingenieurbüros und Unternehmen der Zeitarbeitsbranche gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage nicht wesentlich zum Guten oder Schlechten verändern wird. Insgesamt betrachtet erwarten 36 Prozent der Dienstleister eine sich weiter verbessernde und 8 Prozent eine sich verschlechternde Geschäftslage. Dabei wollen 33 Prozent der Betriebe ihren Investitionsetat aufstocken und 32 Prozent auch ihren Personalbestand.

Nach wie vor sehen knapp die Hälfte der Dienstleister in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und im Fachkräftemangel die größten Risiken für ihre anhaltend positive wirtschaftliche Entwicklung. Weiteren Erhöhungen der Energiepreise sehen die meisten regionalen Dienstleister eher gelassen entgegen.

Über die Hälfte der befragten Kreditinstitute berichten über ein in etwa gleich gebliebenes Volumen sowohl im Bereich der Unternehmenskredite für Investitionen und Betriebsmittel als auch im Bereich der Privatkredite. Für die Zukunft erwarten 52 Prozent der regionalen Kreditinstitute, dass sich ihre Geschäftslage eher ungünstig entwickelt und wollen in diesem Zuge die Anzahl ihrer Beschäftigten reduzieren.

Die größten Risiken ihrer wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten sehen fast alle befragten Banken nach wie vor in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. 56 Prozent befürchten darüberhinaus Probleme im Zuge eines sich auch in dieser Branche abzeichnenden Fachkräftemangels.

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