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Konjunkturumfrage I. Quartal 2012 - Regionale Industrie in Frühlingslaune
Die Industrieunternehmen in der Region Braunschweig freuen sich auch im Frühjahr über einen gedeihlichen konjunkturellen Rückenwind. Dies belegen die jüngsten Umfrageergebnisse der IHK Braunschweig zum Konjunkturverlauf im ersten Quartal 2012. Der von der IHK ermittelte Konjunkturklimaindikator, der sowohl die aktuelle geschäftliche Lage der Unternehmen als auch ihre Geschäftserwartungen abbildet, verzeichnet zum dritten Mal in Folge einen Anstieg und erreicht nunmehr einen Wert von 123 (Vorquartal: 113). Auch wenn er damit nicht an den Spitzenstand der letzten Jahre (133) heranreicht, lässt sich das Geschäftsklima in der regionalen Industrie momentan dennoch als ausgesprochen freundlich bezeichnen. Nach wie vor zeigt sich die große Mehrheit der Industrieunternehmen mit ihrer gegenwärtigen geschäftlichen Lage zufrieden. So beurteilen der IHK-Umfrage zufolge 45 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Fast ebenso viele, 42 Prozent, sehen sie zumindest als befriedigend an. Nur eine Minderheit von 13 Prozent der Unternehmen bewertet ihre momentane Situation als schlecht. Am besten wird die Geschäftslage erneut von den Investitionsgüterproduzenten eingeschätzt. Es folgen die Hersteller von Vorleistungsgütern vor dem konsumnahen Bereich der Ge- und Verbrauchsgüterindustrie. Dieser sektoralen Differenzierung zum Trotz ist festzustellen, dass sich die gute Stimmung durch weite Teile der heimischen Industrie zieht.
Mit seinen aktuellen Umsatzzahlen ist der überwiegende Teil der Industriebetriebe im Braunschweiger Wirtschaftsraum denn auch zufrieden. So können mehr als 40 Prozent der Unternehmen Umsatzsteigerungen im Vergleich zum Vorquartal für sich verbuchen. Fast ebenso viele berichten von konstanten Umsatzzahlen. Hingegen liegt der Anteil der Betriebe, die mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, bei etwa 20 Prozent. Hinweise auf die künftige Umsatzentwicklung ergeben sich aus den Unternehmensberichten zum aktuellen Auftragseingang. Dieser fällt zwar nicht mehr so dynamisch aus wie noch vor Jahresfrist, die Auftragslage der heimischen Industriebetriebe kann aber nach wie vor als solide bezeichnet werden. Mehr als vier Fünftel der von der IHK befragten Unternehmen sprechen so auch von einem ausreichenden oder verhältnismäßig großen Auftragsbestand. Lediglich ein knappes Fünftel sieht seinen Auftragsbestand als zu gering an.
Erkennbar aufgehellt hat sich der vorausschauende Blick der Industrieunternehmen auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Die Verunsicherung, die insbesondere durch die Staatsschuldenkrisen in Europa und anderen bedeutenden Industrienationen hervorgerufen worden war und die eine sichtliche Abkühlung der Geschäftserwartungen in den beiden vorangegangenen Umfragequartalen zur Folge hatte, hat sich mittlerweile abgeschwächt. So geht aktuell fast ein Drittel der Industriebetriebe davon aus, dass sich die eigene geschäftliche Situation im weiteren Jahresverlauf verbessern wird. Die Hälfte rechnet zumindest mit einer gleichbleibenden Geschäftslage. Eine Eintrübung prognostiziert hingegen nur eine Minderheit von 18 Prozent. Erstmals seit dem Sommer 2011 befinden sich damit die Optimisten wieder in einer deutlichen Mehrheit. Dennoch ist festzuhalten, dass die künftige Geschäftsentwicklung immer noch erkennbar zurückhaltender eingeschätzt wird als die aktuelle Lage. Ursächlich hierfür sind die Risiken, die von den regionalen Industriekapitänen für die weitere Geschäftsentwicklung gesehen werden. So stellen die anhaltend hohen Rohstoffpreise für viele Industrieunternehmen nach wie vor eine schwere Last dar. Hinzu gesellt sich die Sorge, dass in Folge der Energiewende die jetzt schon hohen Energiepreise in erheblichem Maße weiter ansteigen oder womöglich gar Versorgungslücken auftreten könnten. Zudem halten es viele Unternehmen trotz nachlassender Befürchtungen immer noch nicht für ausgeschlossen, dass die erwähnten Staatsschuldenkrisen künftig doch noch auf die heimische Wirtschaft durchschlagen.
