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IHK-Konjunkturumfrage Handel I. Quartal 2009 - Stabile Geschäftslage im Einzelhandel
In einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld haben sich die Einzelhändler im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Braunschweig (IHK) insgesamt gut behauptet. Der von der IHK für den Einzelhandel ermittelte Konjunkturindikator, der sowohl die aktuelle geschäftliche Lage der Unternehmen als auch ihre Geschäftserwartungen abbildet, fiel nur leicht von 67,5 im IV. Quartal 2008 auf aktuell 66,1. Der Wert für den Großhandel sank von 83,5 im IV. Quartal auf 68,3.
Erfreulicherweise hat die positive Grundstimmung der Verbraucher in den ersten vier Monaten des neuen Jahres angehalten. Da das Ostergeschäft dieses Jahres zu wesentlichen Teilen in den April fiel, neigt der Handel – um die Vergleichbarkeit der Geschäfte mit dem Vorjahr herzustellen – zu einer etwas unrunden, erweiterten Betrachtung. Dazu kommt der wetterbedingte Schub im sonnigen April, der insbesondere bei Textil und Bekleidung hilft, die Einbußen in den zu kalten Monaten Januar und Februar aufzuholen. Der Verbraucher ist gegenwärtig vorsichtig, durchaus zurückhaltend und sehr preisbewusst. Die gesunkenen Preise für Heiz- und Kraftstoffe und auch die tendenziell sinkenden Preise für Lebensmittel stärken die Budgets der Verbraucher. Die Verbraucher sind bereit, ihr Geld beim Handel für nützliche Güter einzutauschen und zum Beispiel in langfristige Gebrauchsgüter wie Möbel- und Einrichtungsgegenstände zu investieren. So meldet der Möbelhandel großteils zufriedenstellende Umsätze. Der Handel mit Kraftfahrzeugen profitiert in weiten Teilen des Neuwagengeschäfts aktuell von den Auswirkungen der „Abwrackprämie“. Zufriedenstellend waren die Umsätze bei Lebensmitteln. Auch der Handel mit Modeartikeln und Bekleidung meldet eine befriedigende Geschäftslage. Schwach befriedigend liefen Bücher und kosmetische und pharmazeutische Erzeugnisse. Aktuell beurteilen 15 Prozent der Einzelhandelsbetriebe die Lage als gut (Vorquartal 7 Prozent), 56 Prozent befriedigend (Vorquartal 58 Prozent) und 29 Prozent schlecht (Vorquartal 35 Prozent).
Verschlechtert hat sich per Saldo die Geschäftslage im Großhandel. Aktuell beurteilen 3 Prozent der Großhandelsbetriebe die gegenwärtige Lage gut (Vorquartal 13 Prozent), 61 Prozent befriedigend (Vorquartal 74 Prozent) und 36 Prozent schlecht (Vorquartal 13 Prozent). Gesunkene Preise und leere Tanks nach einem kalten Winter begünstigten den Handel mit Mineralölprodukten. Der Handel mit Werkzeugen und baubezogenen Sortimenten, der Landhandel und auch der Großhandel mit Lebensmitteln liefen schwach befriedigend.
Was die Erwartungen für die nächsten Monate angeht, weiß im Handel momentan keiner so genau, wie es weitergeht. Die Risiken im Auge (Export- und Industriekonjunktur, Arbeitsmarkt, Verbrauchervertrauen) will sich momentan kein Händler festlegen. Über alles ist jedoch ein vorsichtiger Optimismus spürbar.

