Handel hofft auf das Weihnachtsgeschäft

Handel hofft auf das Weihnachtsgeschäft

Schwach befriedigende Geschäfte im III. Quartal 2008 und eine gedämpfte Hoffnung für das Weihnachtsgeschäft kennzeichnen die gegenwärtige Situation des Einzelhandels im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Braunschweig (IHK). Der von der IHK für den Einzelhandel ermittelte Konjunkturindikator, der sowohl die aktuelle geschäftliche Lage der Unternehmen als auch ihre Geschäftserwartungen abbildet, fiel von 77,0 im II. Quartal 2008 auf aktuell 67,9. Der Wert für den Großhandel sank von 98,4 im II. Quartal auf jetzt 87,6.

Trotz gestiegener Nominallöhne und Beschäftigtenzahlen sind die Verbraucher zurückhaltend. Die Konsumneigung der Verbraucher hat sich im III. Quartal deutlich abgeschwächt. Auch wenn sich die Situation auf den Energiemärkten in den letzten Wochen etwas entspannt hat, belasten die hohen Preise für Heiz- und Kraftstoffe, Gas und Strom und teilweise für Lebensmittel die Budgets der Verbraucher. Die zum 01.01.2007 erhöhte Mehrwertsteuer und die fiskalischen Abschöpfungen über die Lohnsteuer dämpfen den privaten Verbrauch. Die Abkühlung wichtiger Exportmärkte verunsichert die Verbraucher über den Fortgang der heimischen Konjunktur. Aktuell beurteilen 6 Prozent der Einzelhandelsbetriebe die Lage als gut (Vorquartal 3 Prozent), 44 Prozent befriedigend (Vorquartal 67 Prozent) und 50 Prozent schlecht (Vorquartal 30 Prozent). Schwach liefen im III. Quartal Möbel- und Einrichtungsgegenstände. Der Handel mit Modeartikeln und Bekleidung sowie mit Schuhen und Lederwaren konnte nicht befriedigen. Auch der Handel mit Kraftfahrzeugen litt unter den hohen Energiepreisen und unsicheren Erwartungen – die Geschäftslage blieb durchwachsen. Bücher liefen zufriedenstellend, Lebensmittel schwach befriedigend.

Eingetrübt hat sich auch die Geschäftslage im Großhandel. Aktuell beurteilen 35 Prozent der Großhandelsbetriebe die gegenwärtige Lage gut (Vorquartal 39 Prozent), 34 Prozent befriedigend (Vorquartal 52 Prozent) und 31 Prozent schlecht (Vorquartal 9 Prozent). Der Handel mit Werkzeugen und auch mit Reifen und Gummiwaren florierte. Der Landhandel einschließlich der Landmaschinen meldete eine zufriedenstellende bis positive Geschäftslage. Der Großhandel mit baubezogenen Sortimenten und auch mit Lebensmitteln war durchwachsen. Mineralölprodukte liefen zufriedenstellend, Pharmazeutika und Presseartikel eher schwach.

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Jochen Hotop

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