IHK-Konjunkturumfrage Handel II. Quartal 2001

IHK-Konjunkturumfrage Handel II. Quartal 2001 - Regionale Industriekonjunktur trübt sich weiter ein

Nach den jüngsten Umfrageergebnissen der IHK Braunschweig zum Konjunkturverlauf im zweiten Quartal 2001 hat sich die Industriekonjunktur auch in der Region Braunschweig weiter abgeschwächt. So weist der von der IHK ermittelte Konjunkturindikator aktuell nur noch einen Wert von +2 auf, nachdem er im Vorquartal bei +14 und davor bei +23 gelegen hatte. Mit 24 Prozent beurteilt nicht einmal mehr ein Viertel aller befragten Industrieunternehmen die derzeitige Geschäftslage als gut. 54 Prozent bezeichnen sie als befriedigend und 22 Prozent als schlecht.

Am günstigsten wird die momentane Lage noch von den Herstellern von Ge- und Verbrauchsgütern bewertet. Demgegenüber sprechen die Produzenten von Vorleistungsgütern und insbesondere diejenigen von Investitionsgütern von einer eher schleppenden Geschäftstätigkeit. Ein differenzierteres Bild ergibt die Betrachtung einzelner Branchen: Nach wie vor relativ gut ist demnach die Stimmung in der Chemischen Industrie, bei den Metallerzeugern und -bearbeitern, den Produzenten von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und im Ernährungsgewerbe. Sorgenfalten beherrschen hingegen das Bild insbesondere in der Bauwirtschaft, aber auch bei den Glas- und Keramikproduzenten, im Verlagsgewerbe sowie bei den Textilherstellern.

Die Umsätze der Industrie im Braunschweiger Wirtschaftsraum haben sich in den zurückliegenden Monaten uneinheitlich entwickelt. Während mehr als ein Drittel der von der IHK befragten Industrieunternehmen seinen Umsatz steigern konnte, hatte ebenfalls ein Drittel Einbußen zu verkraften. Der Rest berichtet von gleich bleibenden Umsätzen. Auch wenn sich daraus immer noch ein leicht positiver Saldo ergibt, hat sich der Umsatzindikator damit gegenüber den Vorquartalen doch erkennbar verschlechtert.

Zudem ist das Auftragspolster der Industriebetriebe dünner geworden, da sich die Auftragsbücher im zweiten Quartal des laufenden Jahres nicht mehr so schnell wie zuvor gefüllt haben. Dies gilt sowohl für Bestellungen aus dem Inland als auch für Auftragseingänge aus dem Ausland, die sich in den Vorquartalen noch als bedeutende Stütze der regionalen Industriekonjunktur erwiesen hatten. So sehen derzeitig fast vierzig Prozent der Unternehmen ihren Auftragsbestand als zu gering an. Lediglich zehn Prozent bezeichnen ihn als verhältnismäßig groß.

Beim Blick auf die zukünftige Geschäftslage überwiegt bei den Industriebetrieben im Braunschweiger Wirtschaftsraum inzwischen die Skepsis. Vierzig Prozent der Unternehmen rechnen in den nächsten Monaten mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Jeweils rund dreißig Prozent erwarten eine unveränderte bzw. eine günstigere Entwicklung. Damit korrespondierend fallen auch die Umsatzerwartungen für die nähere Zukunft verhaltener aus als in den vorherigen Umfragen. Die Hoffnung auf eine Belebung der Geschäftstätigkeit durch das Exportgeschäft ist bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen inzwischen geschwunden. Die nachlassende Weltkonjunktur hinterlässt somit auch im Braunschweiger Wirtschaftsraum ihre Bremsspuren.

Die Aussicht auf ein weiteres Abflachen der Konjunkturdynamik bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft der ansässigen Industriebetriebe. Zwar halten sich die Anteile der Unternehmen, die eine Steigerung bzw. eine Kürzung ihrer inländischen Investitionsausgaben planen, mit circa zwanzig Prozent noch ungefähr die Waage; im Vergleich zu den vorherigen Umfragen ist die Investitionsneigung damit aber bereits erkennbar gesunken.

Folglich geht die regionale Industrie auch ihre Beschäftigungsplanungen eher zurückhaltend an. So denkt nur jedes zwanzigste Unternehmen an eine Ausweitung seines Personalbestandes. Mehr als siebzig Prozent der Betriebe haben vor, den gegenwärtigen Beschäftigungsstand zu halten. Ein knappes Viertel der Unternehmen beabsichtigt jedoch, seine Beschäftigtenzahl zu reduzieren. Die Eintrübung der Industriekonjunktur dürfte sich daher bald auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar machen.

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