IHK-Technologietransferpreis 2000

IHK-Technologietransferpreis 2000: Helm aus nachwachsenden Rohstoffen

Ein Industrieschutzhelm aus nachwachsenden Rohstoffen: Diese gemeinsame Entwicklung von Dr. Ulrich Riedel, Jürgen Mosch und Wolfgang Hagedorn vom Institut für Strukturmechanik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) wurde am 14. November in Anwesenheit der Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn mit dem IHK-Technologietransferpreis 2000 ausgezeichnet. Damit kommen die 20 000 Mark Preisgeld Forschern zugute, die nicht nur Aspekte der Rohstoffgewinnung und stofflichen Verwertung berücksichtigen, sondern zusätzlich auch erhebliche technische Vorteile mit diesem Projekt realisieren. Technologieempfangendes Unternehmen ist die Schuberth Helme GmbH, Braunschweig, die ihre ohnehin ausgezeichnete Marktposition durch diese innovative Entwicklung unterstreicht.

Die Festansprache hielt die Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn zum Thema "Partnerschaft von Wissenschaft und Wirtschaft – Neue Wege im Technologietransfer". "Die Ökologie gilt heute als wichtiger Maßstab verantwortlichen Unternehmerhandelns", lobte IHK-Präsident Dr. Klaus Schuberth die innovativen Ideen und das ökologie-freundliche Konzept der Preisträger. Auch der Jury-Vorsitzende Professor Werner Gramm wies auf den kohlendioxid-neutralen Einsatz des Bioverbundes als Konstruktionswerkstoff für zahlreiche Einsatzgebiete hin.

Das Verblüffende an dem prämiierten Helm: Die eingesetzten Materialien bestehen zu 80 bis 90 Prozent aus biologischen Stoffen. Deren hohe spezifische Festigkeit und Steife bei geringem Gewicht kommt dem Kopfschutz dabei ebenso zugute wie ihre hohe Dämpfung und die gute Korrosions- und Medienbeständigkeit. Darüber hinaus ist es möglich, die Helmschale mit natürlichen Farben einzufärben.

Dr. Ulrich Riedel hatte im vergangenen Jahr mit dem Thema "Entwicklung und Charakterisierung von Faserverbundwerkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen" promoviert. Seit 1995 ist der Diplom-Chemiker Projektleiter am Institut für Strukturmechanik - wo er seit vielen Jahren gemeinsam mit Wolfgang Hagedorn und seit 1999 auch mit Jürgen Mosch Strukturen aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt.

Der Technologietransfer an die Schuberth Helme GmbH ermöglichte nun die Herstellung eines Helmes, der durch seinen Leichtbau erhöhten Tragekomfort bietet - zertifiziert nach DIN EN 397. Mit dem geschützten Markennamen "Bio-Shield" will der Braunschweiger Helmhersteller nun ein neues Werkstofffeld eröffnen und neue Märkte erschließen. Eine weit verbreitete Verwendung des entwickelten Modells als Feuerwehr- oder Motorradhelm sei realistisch, so der Sprecher der Schuberth Helme GmbH.

Weitere Einsatzbereiche für biologische Faserverbunde finden sich derzeit u. a. in der Möbelindustrie, dem Automobilbau sowie in der Freizeit- und Sportartikelindustrie.

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