Konjunkturumfrage Industrie I. Quartal 1999

Konjunkturumfrage Industrie I. Quartal 1999: Das Geschäftsklima trübte sich deutlich ein

Die Industriekonjunktur im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Braunschweig hat deutlich an Schwung verloren. Lag der IHK-Konjunkturindikator im Vorquartal noch bei +8, sackte er im ersten Quartal 1999 um 16 auf -8 ab und liegt damit erstmals seit dem zweiten Quartal 1997 wieder im negativen Bereich.

17 Prozent, das sind 6 Prozent weniger als bei der letzten Umfrage, beurteilen ihre momentane Geschäftslage als gut, 58 Prozent als befriedigend und 25 Prozent als schlecht. Besonders betroffen von der Konjunkturschwäche sind die Produzenten von Vorleistungs-, Ge- und Verbrauchsgütern. Dagegen stieg der Indikator bei den Investitionsgüterherstellern von -6 auf +9. Grund für diese positive Entwicklung ist die lebhafte Investitionstätigkeit in der Europäischen Union, vorwiegend werden Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen getätigt. Jedes vierte befragte Unternehmen verbuchte einen Anstieg der Aufträge, besonders die metallerzeugenden und -bearbeitenden Betriebe sowie die Automobilindustrie. In den Bereichen Rundfunk-, Fernseh- und Nachrichtentechnik sowie in der Automobilindustrie stiegen die Aufträge aus dem Ausland deutlich an.

Jedes zweite Industrieunternehmen berichtet in der Konjukturumfrage von fallenden Umsätzen, lediglich 17 Prozent melden eine positive Entwicklung.

Die Einschätzung der zukünftigen Geschäftslage hat sich gegenüber der letzten Umfrage in der regionalen Industrie nur marginal geändert. 34 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung in den nächsten Monaten aus, 25 Prozent blicken eher düster in die Zukunft. Eine Ausnahme bildet der Gebrauchsgüterbereich, 57 Prozent erwarten eine günstige zukünftige Geschäftslage. Rund 25 Prozent (Vorquartal: 15 Prozent) erwarten steigende Umsätze. Ursache dafür ist die Hoffnung, daß die Auftriebskräfte aus dem Inland stärkere Wirkung zeigen.

Die Industrieunternehmen in der Region rechnen nicht mit einer Belebung ihrer Exportgeschäfte. Die weltwirtschaftlichen Perspektiven wirken sich eher dämpfend auf die Exportdynamik aus. Lediglich der Bereich Rundfunk-, Fernseh- und Nachrichtentechnik ist sehr optimistisch.

Im Vergleich zur letzten Umfrage hat sich das Investitionsklima im IHK-Bezirk Braunschweig nicht verändert. Nur ein kleiner Teil von 16 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigt eine Erhöhung der Investitionsausgaben. Es bleibt zu hoffen, daß die niedrigen Zinsen dazu führen, daß die Investitionsneigung zunimmt. Auch ein Zuwachs bei der Beschäftigung konnte in den letzten Monaten nicht beobachtet werden. Nach den vorliegenden Umfrageergebnissen wird sich daran auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

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