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Mikrosystemtechnik in Niedersachsen

Mikrosystemtechnik ist, als ob Sie mit Pinzetten durch das Schlüsselloch der Haustür einen Knopf an der Bettwäsche im Schlafzimmer annähen wollen. Dazu sind die Räume mit unzähligen Möbeln versperrt, um die man die Pinzetten herumführen muß. Und wehe, Sie stoßen etwas um.

Bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren nutzt die Industrie in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend die Mikrosystemtechnik. Immer mehr Unternehmen steigen neu in diese Zukunftstechnologie ein. Dabei wird die Mikrosystemtechnik auch für kleine Unternehmen immer attraktiver. Da Mikrosysteme häufig im Verborgenen wirken, sind vielen Unternehmen die Chancen für ihre Produkte nicht bekannt. Gerade bei vielen traditionell in Niedersachsen vertretene Branchen (Landwirtschaft und -maschinen, Schiffbau) besteht ein großer Informationsbedarf hinsichtlich der technischen Möglichkeiten und Grenzen sowie wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Allen Mikrosystemen ist gemeinsam, dass verschiedene Funktionen, Materialien, Komponenten und Technologien - meistens in Verbindung mit Komponenten der Mikroelektronik - in einem integrierten System miteinander verknüpft werden. Die Mikrosystemtechnik vereint dabei so unterschiedliche Basistechnologien wie die Mechanik, die Optik, die Fluidik, aber auch neue Technologiefelder wie beispielsweise die Polytronics oder neue Materialien. Über miniaturisierte Komponenten hinaus liefert die Mikrosystemtechnik die nötigen Schnittstellen, um innovative Entwicklungen verschiedenster Technologiefelder - dazu gehören beispielsweise die Bio- und auch die Nanotechnologie - in neue oder bestehende Produkte zu integrieren.

Mit Mikrosystemtechnik lassen sich viele Produkte oder Verfahren neu entwickeln oder verbessern. Im Automobilbau und in der Medizintechnik sind die intelligenten miniaturisierten Systeme längst nicht mehr wegzudenken; auch andere Anwendungsfelder wie der Maschinenbau, die Umwelttechnik, die Chemie und Pharmazie, die Energie oder die Gebäudetechnik bieten große Potenziale.

In der Medizintechnik beispielsweise leistet die Mikrosystemtechnik einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von gesellschaftlichen Zielen: Die als "Schlüsselloch-Chirurgie" bekannten minimal-invasiven Operationsmethoden sind ohne Mikrosystemtechnik undenkbar. Bei den chirurgischen Eingriffen verbessert sich gleichzeitig die Qualität der medizinischen Versorgung.

First-User-Action

Zur Nutzung der Chancen dieser Technologie wurde vor einigen Jahren die Landesinitiative Mikrosystemtechnik Niedersachsen ins Leben gerufen. Nachdem in der Vergangenheit die Vernetzung der bestehenden Aktivitäten in Forschung und Industrie im Mittelpunkt standen, wird zukünftig die Unterstützung potentieller Anwender eine zunehmende Rolle spielen. Dafür wird unter der Bezeichnung First-User-Action ein aufeinander abgestimmtes Bündel von Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehört die kostenlose Beratung interessierter KMU im Zusammenhang mit konkretem Entwicklungsbedarf. Diese umfasst auch die Vermittlung potenzieller Kooperationspartner in Forschung und Industrie (auch außerhalb Niedersachsens), die Heranführung an konkrete F&E-Projekte sowie zielgerichtete Fortbildungsmöglichkeiten.

Mit Mikrosystemtechnik in die Zukunft - Markt

Bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren nutzt die Industrie in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend die Mikrosystemtechnik; immer mehr Unternehmen steigen neu in diese Zukunftstechnologie ein. Dabei wird die Mikrosystemtechnik auch für kleine Unternehmen immer attraktiver. Im Automobilbau und in der Medizintechnik sind die intelligenten miniaturisierten Systeme längst nicht mehr wegzudenken; auch andere Anwendungsfelder wie der Maschinenbau, die Umwelttechnik, die Chemie und Pharmazie, die Energie oder die Gebäudetechnik bieten große Potenziale.

Der Markt für Mikrosystemtechnik ist ein überdurchschnittlicher Wachstumsmarkt. Allein von 1996 bis 2002 ist der Weltmarkt für Mikrosysteme von 14 auf 38 Mrd. US $ gewachsen. Bis zum Jahr 2005 wird ein Sprung auf 65 Mrd. US $ erwartet. Erste Schätzungen für die Zeit bis 2010 gehen von einem weiteren Wachstum der MST-Märkte auf über 200 Mrd. US $ aus.

Deutschland nimmt in der Mikrosystemtechnik und deren Anwendung im weltweiten Vergleich bereits heute eine Spitzenposition ein und besitzt auch für die weitere Entwicklung eine hervorragende Ausgangslage. Gegenüber den wichtigsten Wettbewerbern USA und Japan kommt der deutschen Industrie vor allem ihre traditionelle Stärke bei der Kompetenz zur Herstellung komplexer Systeme zugute. Seit Mitte der 90er Jahre nutzen in Deutschland immer mehr vor allem kleine und mittlere Unternehmen die Mikrosystemtechnik. Im Jahr 2000 erzielte die deutsche Industrie mit MST-Komponenten einen Umsatz von 4,2 Mrd. €.
 Noch weitaus lukrativer als der Verkauf von einzelnen Komponenten ist die Verbesserung anderer Produkte mit Hilfe von Mikrosystemen. Über den sogenannten Leverage Effect steigt die wirtschaftliche Bedeutung der Mikrosystemtechnik auf mehr als das Zehnfache, sobald sie in die Anwendung gelangt. Die Integration von Mikrosystemen erhöht bei nur geringen zusätzlichen Kosten die Vermarktungschancen anderer komplexer Produkte.

Im Automobilbau beispielsweise können die Forderungen von Kunden und Gesellschaft nach mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit nur mit Hilfe der Mikrosystemtechnik erfüllt werden. Auf Mikrosystemen basierende ESP-Systeme im Fahrwerk halten das Auto sicher in der Spur. Durch Dosiersysteme und intelligentes Motormanagement tragen Mikrosysteme dazu bei, den Energieverbrauch zu optimieren. Die allermeisten Mikrosysteme sind so klein, dass sie vom Nutzer gar nicht bemerkt werden. In ihren Funktionen werden sie aber als selbstverständlich vorausgesetzt. Ohne Airbagsensoren, ohne Antiblockiersysteme und ohne Fahrdynamikregelungen lässt sich heutzutage kaum noch ein Auto verkaufen.

Die traditionelle Stärke der deutschen Wirtschaft in der Systemintegration - wie beispielsweise im Maschinenbau - kann durch Mikrosystemtechnik erhalten und ausgebaut werden. Bei der künftigen Entwicklung wird es darauf ankommen, in den Branchen, in denen ein hohes Anwendungspotenzial besteht, anwendungsorientierte und marktfähige Produkte zu generieren. Für die breite Umsetzung dieser Zukunftstechnologie werden außerdem dringend hochqualifizierte Fachkräfte benötigt.

Zur Nutzung der Chancen dieser Technologie wurde vor einigen Jahren die Landesinitiative Mikrosystemtechnik Niedersachsen ins Leben gerufen. Nachdem in der Vergangenheit die Vernetzung der bestehenden Aktivitäten in Forschung und Industrie im Mittelpunkt standen, wird zukünftig die Unterstützung potentieller Anwender eine zunehmende Rolle spielen. Dafür wird unter der Bezeichnung First-User-Action ein aufeinander abgestimmtes Bündel von Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehört die kostenlose Beratung interessierter KMU im Zusammenhang mit konkretem Entwicklungsbedarf. Diese umfasst auch die Vermittlung potenzieller Kooperationspartner in Forschung und Industrie (auch außerhalb Niedersachsens), die Heranführung an konkrete F&E-Projekte sowie zielgerichtete Fortbildungsmöglichkeiten.

Nachdem in der Vergangenheit die Vernetzung der bestehenden Aktivitäten in Forschung und Industrie im Mittelpunkt der Landesinitiative Mikrosystemtechnik Niedersachsen standen, wird zukünftig die Unterstützung potentieller Anwender eine zunehmende Rolle spielen. Dabei stehen die wirtschaftlichen Chancen im Mittelpunkt - der Weltmarkt für Mikrosysteme wächst gegenwärtig um fast 20 % pro Jahr.

Mikrotechnologien wirken häufig im Verborgenen. Viele Produkte wie das ESP im Auto, farbige Handy-Displays oder DVD-Player werden von großen Bevölkerungsschichten wahrgenommen, die darin genutzten Mikrotechnologien jedoch kaum. Diese Aussage gilt in gleicher Form für industrielle Produkte. Während in einigen Branchen (Automotive, Sensortechnik) die Mikrosystemtechnik bereits in erheblichem Umfang genutzt, muss in vielen anderen Wirtschaftszweigen noch großer Informationsbedarf gedeckt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie von der Geschäftstelle der Landesinitiative Mikrosystemtechnik Niedersachsen:

VDI/VDE Technologiezentrum Informationstechnik GmbH
Rheinstr. 10B
14513 Teltow
e-mail:kuenzel@vdivde-it.de

 

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Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtschaftsing.
Peter Peckedrath

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