Mathematik-Initiative

Lehrer, Unternehmer und Kultusministerium suchen nach Lösungen

24.07.2012

Niedersächsische Industrie- und Handelskammern und Kultusminister Dr. Bernd Althusmann unterzeichnen Initiative von Wirtschaft und Kultusministerium für die Mathematik


In Niedersachsen wird der Bedarf an qualifizierten Fachkräften mittel- und langfristig weiter ansteigen. Diese Feststellung gilt in besonderem Maße für gewerblich-technische Berufe wie auch für Hochschulabsolventen der natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächer sowie für Informatiker. Als wesentliches und deutlich ansteigendes Problem kristallisieren sich dabei immer stärker mangelhafte Mathematikkenntnisse von Schülerinnen und Schülern heraus. Mehr als 50 Prozent der Ausbildungsbetriebe stellen bei der Beurteilung der Ausbildungsreife junger Menschen fehlende Mathematikfähigkeiten fest. Und in den so genannten MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sind die Studienabbruchquoten deutlich höher als bei anderen Studiengängen. Wesentlicher Grund des Scheiterns sind fehlende Mathematikkenntnisse.

Zufriedene Gesichter bei der Unterzeichnung der Initiative für die Mathematik (v. l.): Dr. Ralf Utermöhlen, IHK-Arbeitsgemeinschaft Hannover-Braunschweig, Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, Dr. Torsten Slink, Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag (NIHK).
Foto: Heiko Preller

In Kenntnis dieses Sachstandes haben die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern und Kultusminister Dr. Bernd Althusmann am 24. Juli eine "Niedersächsische Initiative von Wirtschaft und Kultusministerium für die Mathematik" gestartet. Ziel dieser Initiative ist es, Schulabgängern dauerhafte und damit langfristig abrufbare Lernerfolge in mathematischen Kenntnissen und Fertigkeiten zu vermitteln, auf denen die jeweils nachfolgenden Bildungsstufen von der beruflichen Ausbildung bis zur Hochschule verlässlich aufbauen können.

IHK-Vizepräsident Dr. Ralf Utermöhlen, der für die IHK Braunschweig die Vorbereitung dieser Initiative im Präsidium verantwortete und diese auch für die IHK-Arbeitsgemeinschaft Hannover-Braunschweig unterzeichnete: "Wir müssen die Schnittstellenproblematik beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung oder auf die Hochschulen lösen. Hierzu sind überzogene Erwartungen von Wirtschaft und Hochschulen an die Mathematikkenntnisse der Schulabgänger zu korrigieren. Gleichzeitig ist auf der Seite der Schulen über das Erreichen von Mindeststandards sicherzustellen, welche Mathematikkenntnisse mit dem Schulabschluss als dauerhaft gesicherte Basis für den künftigen Berufs- oder Studienweg junger Menschen vorausgesetzt werden können mit dem Ziel, mittel- und langfristig das Niveau deutlich anzuheben." »mehr...

Trotz der Brisanz des Themas und unterschiedlichen Ansätzen zur Lösung der Problematik sind sich Lehrer, Unternehmer und Kultusministerium einig: Es gibt einen Notstand in der Mathematik, der behoben werden muss. Das wurde beim 2. Nachmittag der Mathematik der IHK am 14. April im Haus der Wissenschaft deutlich. »mehr...

Haben unsere Schülerinnen und Schüler nicht ausreichende Kenntnisse in Mathematik? Schnell finden sich Stimmen, die genau dieses zu belegen scheinen. Doch wir sollten genauer hinschauen, denn solche pauschalen Aussagen gibt es, solange es Schule gibt. Fakt ist, wenn es konkrete Hinweise gibt, dann müssen wir die Ursachen herausfinden. Fakt ist auch, dass wir sehr viel für die Stärkung des Unterrichts in Mathematik und den Naturwissenschaften getan haben. Die Qualität von Schule ist gestiegen, es gibt mehr Mathematik an den Schulen, es können im Sekundarbereich I Profilklassen auch in Mathematik gebildet werden, Mathe kann nicht mehr abgewählt werden. Doch diese Änderungen wirken erst nach einiger Zeit, denn die Jugendlichen müssen das Schul system erst einmal durchlaufen haben. Es gibt auch viele erfolgreiche Kooperationen von Schulen mit Hochschulen, Handwerksbetrieben und Unternehmen. »mehr...

Wirtschaft und Universität beklagen einen »Notstand in Mathematik«. Anonyme Eignungstests mit den gleichen Aufgaben wie vor zehn Jahren zeigen, dass das mathematische Wissen der Studienanfänger in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern dramatisch abgenommen hat. »So kann es nicht weitergehen«, sagen nicht nur Universitätsprofessoren, sondern auch viele Unternehmenschefs, die wegen des fehlenden mathematischen Rüstzeugs ihrer Auszubildenden besorgt sind. »mehr...

Berufsschule, Wirtschaft, Universität schlagen Alarm: Schlechte Leistungen der Schulabgänger in Mathematik gefährden die berufliche Zukunft der Jugend und den Industrie- und Technikstandort Deutschland. Deshalb veranstaltet die Industrie- und Handelskammer Braunschweig im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen und in Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrages zur Berufsbildung am 8. September 2009 im Haus der Wissenschaft in Braunschweig, Pockelsstraße 11, einen »Nachmittag der Mathematik«. »mehr...

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