


Die Regionen Braunschweig und Hannover sind Standorte einer hervorragend entwickelten Gesundheitswirtschaft, eingebettet in eine einzigartige Forschungs- und Hochschullandschaft im Bereich Life Science. So empfiehlt sich die „Gesundheitsregion Hannover-Braunschweig“ derzeit beim Wettbewerb „Gesundheitsregion der Zukunft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In der ersten Phase hat sie sich bereits unter den letzten 20 von insgesamt 86 Bewerbungen qualifiziert. In der zweiten Phase wurde nun unter Beteiligung von mehr als 80 Partnern ein regionales Entwicklungskonzept erarbeitet. Über welche exzellenten Kompetenzen in allen Schlüsseltechnologien für die Medizintechnik die Region verfügt, verdeutlichte Ende August der Transferabend zu Zukunftspotentialen der Region.

Akteure beim Transferabend Medizintechnik
BiomeTI, ForschungRegion und IHK: Innovationstreiber für Medizintechnik in der Region gut vertreten
Mikrosystemtechnik, Mikroelektronik, Nanotechnologie, optische Technologien, Informations- und Kommunikationstechnik oder Robotik: Dies seien nur einige Treiber mit direktem Bezug zu Innovationen in der Medizintechnik. All diese Kompetenzen gebe es in der Region, betonte Dr. Bernd Meier, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, zu Beginn der Gemeinschaftsveranstaltung der IHK, des ForschungRegion Braunschweig e.V. sowie des Zentrums für Biomedizinische Technik und Innovation (BiomeTI) e.V. Strategisches Ziel sei, das hiesige Leistungsvermögen stärker herauszustellen, „insbesondere auch gegenüber potenziellen Geldgebern“.
Dies unterstrich Ansgar Rudolph vom BiomeTI e.V.: „Kaum eine Branche ist so dynamisch und innovativ wie die Medizin. Mit europaweit 15.000 Patentanmeldungen ist die Medizintechnik eines der anmeldestärksten technischen Gebiete. Der gesamte Wirtschaftszweig ist größer als die Automobilwirtschaft.“ BiomeTI, ForschungRegion Braunschweig und die Industrie- und Handelskammern Hannover und Braunschweig wollen die herausragende Gesundheitsregion Hannover-Braunschweig zu einem Markenbegriff entwickeln und ihr zu einer starken Position im internationalen Wettbewerb verhelfen: durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen, den Aufbau eines branchenspezifischen Netzwerks sowie Unterstützung, „dass aus Grundlagenforschung marktfähige Produkte entstehen“. Koordiniert wurde von BiomeTI auch die Teilnahme am Wettbewerb des BMBF.

Fünf Wissenschaftler gaben Einblick in ihre Arbeit
Medizininformatik-Forschung am Peter L. Reichertz Institut [pdf|2,06MB]

Mikrosysteme in der Medizin - Kleine Systeme, große Wirkung [pdf|304KB]

Metrologie in der Krebstherapie mit ionisierender Strahlung und Ultraschall [pdf|6,09MB]

Innovationen in der Medizintechnik Neue Diagnoseverfahren [pdf|499KB]

Infektionen und ihre Bekämpfung bei Implantaten [pdf|5,01MB]
Kazantzidou: Mehr Transparenz bitte!
In der anschließenden Diskussion, moderiert von RegJo-Chefredakteurin Dr. Heike Steingaß, wurde thematisiert, wie die Gesundheitsregion weiter vorangebracht werden könnte.
„Die Medizintechnik wendet sich an große Unternehmen. Kleinere bleiben außen vor“, kritisierte Despina Kazantzidou. Die Geschäftsführerin der UNISOLO®GmbH wünscht sich mehr Transparenz und einen besseren Informationsfluss.
Prof. Meinhard Schilling sagte: „Transfer erfordert Leute, die sich darum kümmern, da ist noch viel zu tun.“ Oft fehlten auch Mittel, um mehr Patente anzumelden. „Es geht auch um die Banken.“ Prof. Horst P. Kierdorf, ärztlicher Direktor des Klinikums Braunschweig, berichtete, dass am Klinikum kein Etat für Projekte zur Verfügung stehe.
Deutlich wurde indes auch, dass die Kooperation bereits weit vorangekommen ist. Prof. Frank Eggert, Institut für Psychologie der TU Braunschweig, berichtete beispielsweise, dass mit dem DLR eine Reihe von Projekten realisiert wurde, darunter webbasierte Fahrerassistenzsysteme. Prof. Reinhold Haux stellte die von TU und HZI gegründete BITZ Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum GmbH vor. Ziel sei, gemeinsam mit dem Softwarehaus Lineas wissenschaftliche Arbeiten in der Biologie, Biotechnologie und Gesundheitsforschung durch softwaretechnische Entwicklungen zu ergänzen und eine tragfähige Basis für zukünftige kommerzielle Anwendungsmöglichkeiten zu schaffen. „Man braucht einen langen Atem“, sagte er, „aber es ist schön zu sehen, dass Zusammenarbeit möglich ist.“
Exponate

Die Entwicklung des Produktes medilight® Lichttherapie erfuhr maßgeblich Hilfe über den Beratungsscheck der IHK Braunschweig: Geschäftsführer Jörg Böger sprach die Innovationsberatungsstelle der IHK Braunschweig an, die ihrerseits >>in Einlösung des Beratungsschecks<< TU Professoren vermittelte, die ihr gewichtiges Expertenwissen einbrachten: Professor Meinhard Schilling entwickelte für die Steuerung der Wirkungstrajektorie des Lichtspektrums eine elektronische Schaltung mit zugehöriger Softwarebedienung und Professor Frank Eggert kümmerte sich um die psychologischen und lichtmedizinischen Aspekte. (Weitere Informationen unten im Bereich "Wir empfehlen")
Transferabende
Das Format der Transferabende ist gekennzeichnet durch
Wenn Sie eine Idee und vielleicht ein Konzept für einen Transferabend haben, sprechen sie bitte an: