
- Zerkleinerung von Hartmetallbohrern in einer Exzenter-Schwingmühle
Exzenter-Schwingmühle für Feinstmahlung von Roh- und Abfallstoffen
Professor Dr. E. Gock gilt als einer der führenden Fachleute für das Arbeitsgebiet Schwingmahlung. Es kam auf einem Kongreß zu einem Kontakt mit der SIEBTECHNIK GmbH, deren Produktprogramm im Bereich Zentrifugen, Siebmaschinen, Probenahmeanlagen und Zerkleinerungsmaschinen, also Kernkomponenten des Anlagenbaues liegt. Der Vorschlag von Professor Gock, herkömmliche Mehrrohrschwingmühlen durch ein Einrohrkonzept abzulösen stieß auf das besondere Interesse der Firma. Die sich entwickelnde Zusammenarbeit zielte zunächst auf eine Versuchsmaschine mit der Möglichkeit, Mahlraum und Antrieb in beliebiger Weise anzuordnen und zu koppeln. Es gelang, homogene Kreisschwingungen auf inhomogene Ellipsen-, Kreis- und Linearschwingungen zu überführen und damit ein völlig neues Schwingmahlprinzip zu entdecken. Die Auswirkungen:
- Leistungssteigerung bis zum Faktor 2
- Herabsetzung des Energiebedarfs bis zu 50 %
- Erhöhung der Aufgabekörnungen von bisher 20 mm auf 40 mm und damit Überspringen einer Zwischenzerkleinerungsstufe
- Erschließung neuer Anwendungsgebiete, für die es bisher keine geeigneten Zerkleinerungsmaschinen gab
- Anpassung an beliebige Mahlprobleme durch Modulbauweise
- einfache Handhabbarkeit und Wartungsfreundlichkeit durch Kopplung des Unwuchtantriebs am Mahlrohrmantel Senkung der Herstellungskosten durch Vermeidung zentraler Antriebseinheiten
Die Mühle findet ihre Anwendung bei der Herstellung von Pulvern, Mehlen, Pigmenten und Stäuben in der Chemie- und Keramikindustrie, der Rohstoffaufbereitung und Abfallverwertung. Bei der Beanspruchung von Stoffen auf Schlag, der Hauptbeanspruchungsart von Schwingmühlen, werden neben der Oberflächenvergrößerung auch Kristallgitterstörungen erreicht, so daß Einfluß auf die Materialeigenschaften wie Magnetisierbarkeit, Leitfähigkeit oder Löseverhalten genommen werden kann. Daraus ergibt sich u.a. auch eine bessere Abbindefähigkeit bei Gips oder eine bessere Lösbarkeit von Spurenelementen im Tierfutter.
Sensationell ist das Ergebnis bei der Zerkleinerung von Hartmetallbohrern, die aus Wolfram-, Titan-, Tantal- und Molybdäncarbiden bestehen: Bohrer mit einer Länge von 105mm und einem Durchmesser von 13 mm werden auf Korngrößen zu unter 0,5 mm zerkleinert und als Sekundärrohstoff dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt.
Bisher gibt es keine Zerkleinerungsmaschine auf dem Markt, die eine solche Leistungsfähigkeit besitzt. Nicht zuletzt beweist die nationale und internationale Patentlage, daß die Exzenter-Schwingmühle ein Novum darstellt und ein entscheidender Entwicklungsschritt ist. Ohne Behinderungen wurden Patente in 11 Ländern erteilt. Erfreulich ist auch, daß die regionale Wirtschaft mit dem Einsatz dieser Maschinen Wettbewerbsvorteile genießt: Schwingmühlen der Bauart nach Prof. Dr. Gock finden sich beispielsweise bei H.C. Starck GmbH & Co. KG, Goslar, Grillo Zinkoxid GmbH, Oker oder auch bei der Heubach GmbH, Langelsheim.

- Mahlprinzip: inhomogene Ellipsen-, Kreis- und Linearschwingungen


