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Druckdatum: 20.05.2013Seite drucken

Airbus bringt fliegenden Wechsel beim DLR


Vom Urlaubsjet zum fliegenden Forschungslabor: Der Airbus A 320 bei seiner ersten Landung beim DLR in Braunschweig

Foto: Jens Krone

A320 der Lauda Air im Landeanflug

Foto: Stefan Welsch

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schwelgt in neuen Dimensionen.

Jetzt ließ es erstmals einen Airbus vom Typ A 320 auf dem eher für erheblich kleinere Maschinen ausgelegten Flughafen Braunschweig/Wolfsburg landen. Dort soll der bisherige Ferienflieger künftig seinen Dienst als größtes europäisches Forschungsflugzeug verrichten.

Mit seiner Neuerwerbung will das DLR nicht weniger als „am Flugzeug von morgen arbeiten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Sigmar Wittig anlässlich der ersten Landung am neuen Standort. Geplant sei vor allem die Entwicklung neuer Technologien, die den Lärm bei Start und Landung verringern. Außerdem werden künftig mit der A 320 unter anderem Verfahren zur einfacheren Bedienung und zur besseren Energienutzung im Flugbetrieb getestet.

Bis die Versuche anfangen, dauert es allerdings noch etwa zwei Jahre. In dieser Zeit wird die neun Jahre alte Maschine für wissenschaftliche Zwecke umgerüstet – ein Vorhaben, das „wohl mindestens fünf Millionen Euro kosten wird“, sagte DLR-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Joachim Szodruch. Je nach Forschungsbedarf kämen weitere Umbauten hinzu. Die Arbeiten werden bei der Lufthansa in Berlin-Schönefeld und bei Airbus in Hamburg erfolgen.

Trotz der beachtlichen Kosten ist die Umrüstung notwendig. Bislang transportierte das Flugzeug Passagiere für Fly Niki, die Firma des früheren Formel-Eins-Stars Niki Lauda. Das DLR hat die Maschine für 20 Millionen Euro erworben. Ein Extra war in diesem Preis nicht enthalten: „Wir haben angefragt, ob Lauda uns den Airbus persönlich nach Braunschweig fliegt. Aber er war leider wegen eines Termins in Berlin verhindert“, bedauerte Szodruch.

Die Neuerwerbung ist auch Zeichen eines technischen Generationswechsels bei der Forschungseinrichtung. Sie soll allmählich das bedeutend kleinere Modell ATTAS ablösen. Ohnehin hat das DLR in den vergangenen Jahren kräftig in seine Luftflotte investiert. So erwarb es 2001 den bis heute weltweit modernsten Forschungshubschrauber. Im vergangenen Jahr kam die HALO, ein Jet für die Klimaforschung hinzu.

Gemeinsam mit dem Airbus untermauerten diese Anschaffungen die führende Position des DLR in Europa, betonte Vorstandschef Wittig gestern. Das zeigten die Anfragen der bedeutendsten Luftfahrttechnik-Unternehmen. Und Joachim Szodruch ergänzte: „Damit stärken wir die Position des Forschungsflughafens Braunschweig.“

Dort muss demnächst allerdings noch kräftig gebaut werden. Das gilt nicht nur für die geplante Startbahnverlängerung auf 2300 Meter. Der ATTAS hatte eine Spannweite von 34 Metern. Die Tragflächen seines Nachfolgers messen zwölf Meter mehr. Die Entscheidung darüber, ob das bisherige Hangargebäude erweitert wird oder ob ein Neubau her muss, ist noch nicht gefallen.