IuK-Ausschuss zu Gast bei LINEAS - Mai 2009

Ausschuss für Informations- und Kommunikationstechnologie der Industrie- und Handelskammer Braunschweig
Impressionen zur Sitzung des IuK-Ausschusses:

Der Seminarraum, die Dachterasse und ein Entscheidungshelfer für Problemsituationen. Ein bisserl Glück kann halt nicht schaden.

Neben aktuellen politischen und gesetzgebenden Initiativen aus Brüssel und Berlin standen Trends in der Telekommunikation und das Thema Cloud-IT auf der Tagesordnung.

Presseinfo IuK-Ausschuss der IHK Braunschweig zu Gast bei LINEAS - Mai 2009

"Als LINEAS vor zwanzig Jahren an den Start ging, waren die technologischen Rahmenbedingungen gänzlich anders als heute. Die Internet-Nutzung steckte in den Kinderschuhen, Fax und Teletext galten als modern, Mobiltelefone waren Zukunftsmusik und es waren noch Drehscheibentelefone im Einsatz", sagte Gastgeber Dr. Michael Goldapp, Geschäftsführer der LINEAS Informationstechnik GmbH.

Der Firmenname sei seinerzeit mit Hilfe des Brettspiels Scrabble gefunden worden. Heute beschäftige das Software- und Beratungshaus rund 90 Mitarbeiter in zahlreichen Projekten, arbeite in Kooperation mit regionalen Universitäten und Fachhochschulen an Forschungs- und Entwicklungsthemen, investiere mit Stipendien in den Nachwuchs und halte Beteiligungen an der Airpas Aviation AG, der LINEAS Healthcare GmbH und dem Braunschweiger Informatik- und Technologiezentrum (BITZ).

Zur Sitzung Mitte Mai im Valentin Klein Haus an der Theodor-Heuss-Straße in Braunschweig auf Einladung der LINEAS Informationstechnik GmbH begrüßte Gerhard Auerswald, Vorsitzender des Ausschusses für Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) der IHK Braunschweig, Mitglieder und Gäste.

Prof. Dr.-Ing. Diederich Wermser, IKT INSTITUT FÜR KOMMUNIKATIONs SYSTEME UND TECHNOLOGIEN an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, skizzierte Zukunftsentwicklungen in der Telekommunikation unter den Aspekten Anwendernutzen, Treibertechnologien und Wechselwirkungen mit anderen Branchen. Neben dem allgemeinen Trend zur Erhöhung von Übertragungsraten in Netzwerken gewinne die Technologie der adhoc-Netzwerke beispielsweise für den automatisierten Datenaustausch von Automobilen in ihrer jeweiligen Fahrzeugumgebung an Bedeutung.

Doch der Mobilitätsansatz spiele nicht alleine die Klaviatur. Vernetzte stationäre Alltagsgeräte wie Kühlschränke oder Verbrauchszähler würden den Betrachter leicht einer Aussage von Neil Gershenfeld, MIT, folgen lassen: "Es kommt mir so vor, als sei das rasante Wachstum des www nur der Zündfunke einer viel gewaltigeren Explosion gewesen. Sie wird losbrechen, sobald die Dinge das Internet nutzen." Auf  Entwickler, Betreiber und auch Nutzer kämen dabei erhebliche Anforderungen zu. "Denken Sie nur an die aktuellen Diskussionen zu datenschutzrechtlichen Aspekten, zur Netzversorgung in ländlichen Gebieten oder aber auch an das Problem des erfolgreichen Managements von Komplexität und Kosten der Systeme", schloss Prof. Wermser. 

Die Verteilung von Anwendungen und Daten auf entfernte Rechnersysteme (Cloud IT, Cloud Computing, Internetwolke) war Thema eines Vortrages von Ausschussmitglied Dr. Michael Goldapp. Cloud Computing bedeute heute zum Beispiel den Einsatz virtueller Computer und Datenspeicher, impliziere den Kauf von Prozessorzeit und Plattenplatz und lebe sowohl durch die externe Bereitstellung von IT–Infrastrukturen und Anwendungen als auch von der Anwendungsentwicklung.

"Hinsichtlich der Risiken lassen sich unter anderem die betrieblichen Handlungsfelder Datensicherheit, Rechtskonformität (Compliance) und natürlich die Überführung von Alt-Systemen identifizieren", so Dr. Goldapp. Cloud Computing werde aus diesen Gründen derzeit wohl eher nicht bei geschäftskritischen IT-Projekten eingesetzt. "Eine komplizierte Welt verlangt komplexe Lösungen. So einfach ist das.", resümierte Dr. Goldapp und löste mit den Fragen "Wohin geht die Entwicklung?" und "Wo sehen Sie Chancen und Risiken?" eine angeregte und kontroverse Diskussion aus: Ergebnis und damit Ende offen!

Mitte Mai über den Wipfeln (v.l.): IuK-Ausschussvorsitzender Gerhard Auerswald, Gastgeber Dr. Michael Goldapp (LINEAS Informationstechnik GmbH Braunschweig) und Prof. Diederich Wermser (Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel).

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