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Dr. Schmid mahnt sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen an

- Dr. Wolf-Michael Schmid, Präsident der IHK Braunschweig. Foto: Peter Pohl
Unter dem Vorsitz des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen trafen sich die Regierungschefs der fünf norddeutschen Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen am 15. März 2012 in Kiel zu einem Gespräch mit dem Unternehmerkuratorium Nord (UKN). In diesem sind die Industrie- und Handelskammern und Unternehmensverbände der norddeutschen Bundesländer mit dem Ziel zusammengeschlossen, in für die wirtschaftliche Entwicklung Norddeutschlands in ihrer Gesamtheit wichtigen Fragen einheitliche Stellungnahmen der Wirtschaft dieser Länder herbeizuführen und gegenüber den fünf Länderchefs zu vertreten.
Für die Industrie- und Handelskammern des Landes Niedersachsen nahm Dr. Wolf-Michael Schmid, Präsident der IHK Braunschweig, an dem Meinungsaustausch teil und unterstrich die Notwendigkeit, auch oder gerade in der aktuellen Phase der Energiewende die Versorgungssicherheit und eine Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen als wesentliche Voraussetzung für eine prosperierende Entwicklung der Industrie im Norden Deutschlands nicht aus den Augen zu verlieren.
Anhand eines Strompreisvergleiches zwischen Deutschland und den Ländern Schweiz, Frankreich, USA und Kanada machte der Braunschweiger IHK-Präsident deutlich, welche Wettbewerbsnachteile bereits heute stromintensive Industriezweige in Deutschland ausgleichen müssen. So ist der Industriestrom in der Schweiz um 18 Prozent, in Frankreich um 40 Prozent, in den USA um 45 Prozent günstiger als in Deutschland.
Als eine konkrete Auswirkung dieser Preisdifferenz nennt Dr. Schmid den Verkauf der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp an einen Wettbewerber aus Finnland. Um im Beispiel der Stahlindustrie zu bleiben: Auch die aktuelle Energie-/Klimapolitik der EU bedroht die Stahlproduktion in Norddeutschland mit Zusatzbelastungen, die im schlechtesten Fall höher ausfallen als der bisherige Vorsteuergewinn dieser Unternehmen.
Branchenübergreifend ist für viele Industriebetriebe eine sichere Stromversorgung unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit in Norddeutschland. Ein Stromausfall von nur wenigen Sekunden hätte für viele Unternehmen gravierende Auswirkungen – und wie an einem Tag im Februar bereits festgestellt werden musste, sind Stromunterbrechungen in Deutschland künftig leider nicht mehr in dem hohen Maße auszuschließen, wie es bisher der Fall war. IHK-Präsident Dr. Schmid richtete daher einen eindringlichen Appell an die Regierungschefs der norddeutschen Länder, die Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche industrielle Entwicklung Norddeutschlands zu erhalten und im Prozess der Energiewende die Ziele einer sicheren, umweltfreundlichen, wettbewerbsfähigen und damit preisgünstigen Energieversorgung gleichgewichtig im Auge zu behalten.
In diesem Sinne unterstützt der IHK-Präsident die Absichten der norddeutschen Regierungschefs zur Forcierung des erforderlichen Netzausbaus und der Intensivierung der Erforschung von Energiespeichern. Nur unter diesen beiden Voraussetzungen kann ein stärkerer Ausbau der erneuerbaren Energien volkswirtschaftlich sinnvoll und langfristig erfolgreich sein.


